Parndorf

Parndorf (kroatisch Pandrof, ungarisch Pándorfalu) ist eine Gemeinde mit 4689 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2018) im Burgenland im Bezirk Neusiedl am See.

Geografie: Parndorf reicht mit dem westlichen Teil in das Leithagebirge hinein und befindet sich auf der Parndorfer Platte. Der Ort liegt 7 km nördlich des Neusiedler Sees. Zur Gemeinde Parndorf gehört die Siedlung Neuhof.

Nachbargemeinden: Neusiedl am See, Bruckneudorf, Neudorf bei Parndorf und Jois.

Geschichte: Das Gebiet war zu römischer Zeit bereits dicht besiedelt, wenige Kilometer westlich des heutigen Ortes liegt mit der römischen Villa Bruckneudorf etwa einer der wichtigsten Villenfundplätze Ostösterreichs.

Der Ort wurde am 25. März 1264 (oder 1268) das erste Mal unter dem Namen "Perun" erwähnt. Damals schenkte König Béla IV. dem Wieselburger Bürger Leopold Ländereien bei Parndorf. Aus der Zeit davor liegen prähistorische und römerzeitliche Funde sowie keltisch-boische Silbermünzen vor. Parndorf gehörte zum Komitat Wieselburg. Im Jahre 1529 fiel der Ort wie viele andere Dörfer des Gebietes der Türkeninvasion im Zuge der ersten Wiener Türkenbelagerung zum Opfer. Danach wurde das Gebiet durch Kroaten aus dem dalmatinischen Küstengebiet neu besiedelt. Weitere Zerstörungen erfolgten im Rahmen von Türkeneinfällen 1570, 1619/20, 1683 und beim Kuruzzenaufstand 1709 sowie durch einen Brand 1945.

Im Norden des Ortes liegen Reste der Kuruzzenschanze: Sie ist eine alte militärische Befestigung und besteht aus einem Erdwall mit vorgelagertem Graben, in dessen Verlauf sich einige gemauerte Wachtürme befanden. Die Schanze wurde von 1703 bis 1711 während des antihabsburgischen Aufstandes unter Franz Rákóczi gegen dessen Truppen, die Kuruzzen, geschaffen. Die Schanze verlief von Petronell über Parndorf bis zum Tabor bei Neusiedl am See.

1863 bekam der Ort den endgültigen Namen "Parndorf". Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Pándorfalu verwendet werden.

Der Parndorfer Flughafen wurde 1915 eingerichtet und diente im Zweiten Weltkrieg der Ausbildung von Piloten und wurde von den Flugstreitkräften der Roten Armee bis 1955 verwendet.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Wappen: Blasonierung: In silbernem Schild eine zweiblätterige natürliche Distel.

Wirtschaft: 1810 wurde Parndorf zum Markt erhoben. 1837 erhielt der Ort ein Postamt.

Einkaufszentrum Parndorf: Das von der britischen McArthurGlen Group für 58 Millionen Euro ab 1996 geplante und ab 1997 auf ursprünglich 10.000 m² gebaute Designer Outlet Parndorf ist der größte Arbeitgeber in der Region mit 650 Arbeitsplätzen. Das Factory-Outlet-Center liegt ca. 2,5 km südlich vom Parndorfer Ortskern entfernt auf dem freien Feld. Es war das erste seiner Art in Österreich und wurde gegen den Widerstand der örtlichen Gewerbetreibenden mit zunächst 30 Ladengeschäften im August 1998 eröffnet. Mit Stand 2016 verkaufen um die 140 Markenhersteller preisreduzierte Ware aus vergangenen Saisons in im Center angesiedelten Einzelgeschäften, darunter gehobene und Designer-Modemarken. Bis 2017 soll die Fläche auf 36.500 m² und 165 Anbieter wachsen.

2005 eröffnete mit BIGG ein weiteres, von Signa gebautes Outlet-Center in unmittelbarer Nähe. Signa verkaufte das Center mit um die 25 Einzelhandelsplätze 2006 an den Hamburger Fondsverwalter Warburg-Henderson, der es wiederum von McArthurGlen als Galerien Parndorf betreiben ließ.

Ende März 2012 eröffnete als drittes Outlet-Center das von zwei österreichischen Immobiliengesellschaften betriebene, 9.200 m² große Villaggio Fashion Outlet Parndorf unmittelbar nordöstlich anschließend an die beiden bestehenden Outlet-Center. Villagio übernahm 2014 die 11.600 m² großen Galerien Parndorf von Warburg-Henderson, benannte den Gesamtkomplex in Fashion Outlet Pardorf um, erweiterte die Fläche auf 27.500 m² und setzte als Betreiber die ROS Retail Outlet Shopping ein, welche im September 2016 von der FOP Management GmbH abgelöst wurde. Über 100 Markenhersteller des mittleren und gehobenen Segments bieten im FOP ihre Waren an.

Der Windpark Neuhof besteht aus 9 Vestas V80 und 2 Vestas V90. Letztere gingen 2005 in Betrieb und gehörten mit einer Gesamthöhe von 150 Metern bei Inbetriebnahme zu den höchsten Windkraftanlagen Österreichs.

Verkehr:
Bahn: 1854 durch den Ausbau der Eisenbahnlinie von Wien über Parndorf nach Raab den Bahnanschluss (Ostbahn). Durch den weiteren Bau der Bahnstrecken nach Sopron (Pannoniabahn) und nach Bratislava (Zweigbahn der Ostbahn) wurde Parndorf zum Eisenbahnknotenpunkt. Neben dem Bahnhof Parndorf besteht die Bahnhaltestelle Parndorf Ort mit einem großen Park & Ride Platz von 430 Stellplätzen. Derzeit halten in Parndorf nur Regionalexpress- und Regionalzüge sowie einige Schnellbahnen, die den Ort mit Wien, Bruck an der Leitha, Bratislava, Gyor, Eisenstadt, Sopron, Neusiedl am See und Pamhagen verbinden.
Straße: Parndorf liegt an der Budapester (B 10) und Burgenland Straße (B 50).

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Antonisäule/-kreuz: ObjektID: 6175, Antoniweg, Tabernakelbildstock an einer ehemaligen Straßenkreuzung im Norden von Parndorf in der Flur Slobodne polje/Freiäcker. Die Kreuzung bestand bis in das 19. Jahrhundert, sie bzw. die Lage des Bildstockes ist in historischen Landkarten dokumentiert. Beim Antonikreuz kreuzten einander die (in der Natur an dieser Stelle nicht mehr erkennbare) Straße von Bruck an der Leitha nach Ungarn und die Straße vom Neusiedler See nach Norden (heute Richtung Neuhof und Potzneusiedl), ehe die Straße von Bruck weiter südlich über Parndorf geführt wurde.
Friedhofskreuz: ObjektID: 6165, Hauptstraße 115, Steinkreuz an der Südostseite der Pfarrkirche.
Graf Harrach´sche Gruftkapelle hl. Kreuz: ObjektID: 6164, Hauptstraße 115, die Gruftkapelle ist dem Hl. Kreuz geweiht und 1826 datiert. Sie bildet ein Familiengrab der gräflichen Familie Harrach.
Immaculatasäule: ObjektID: 6172, Wassergrund, Standbild der Hl. Maria aus 1733, renoviert 1937. Das Denkmal befand sich ursprünglich vor dem Schloss Parndorf im Süden des Ortes. Es wurde nach der Abtragung des Schlosses 1982 an den Standort am Wassergrund versetzt.
Pest-/Dreifaltigkeitssäule: ObjektID: 6170, bei Hauptstraße 84, Standbild der Hl. Dreifaltigkeit aus 1874 auf einer Säule im nördlichen Teil des (verbauten) Angers von Parndorf, südlich der Pfarrkirche (ein ähnliches, ebenfalls im Dehio-Handbuch erwähntes Standbild befindet sich nördlich davon im Ortsteil Wunkau an der Hauptstraße beim Gebäude der Feuerwehr).
Pestkapelle, Rochuskapelle: ObjektID: 6166, Bruckerstraße, an der Straße nach Bruckneudorf befindet sich bereits außerhalb des Ortsgebietes eine Pestkapelle aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, jener Zeit, in der die letzten Pestepidemien in Europa grassierten. 1713 wurde Parndorf letztmals von Seuchen wie der Pest heimgesucht. Die Kapelle ist dem Hl. Rochus geweiht.
Pfarrhof: ObjektID: 6163, Hauptstraße 115, Verwaltungsgebäude (Pfarrhof) aus der Erbauungszeit der Pfarrkirche im 18. Jahrhundert.
Pfarrkirche Parndorf: ObjektID: 6162, Hauptstraße 115, die römisch-katholische Kirche ist dem Hl. Ladislaus geweiht und wird als mittelalterliche Pfarre betrachtet, eine dem Hl. Benedikt geweihte Kirche ist 1430 erwähnt. Die Neugründung der Pfarre und der Wechsel des PDie römisch-katholische atroziniums erfolgen nach den Zerstörungen des Jahres 1570 im Jahr 1572. Der Turm der Kirche steht auf romanischen Fundamenten, deren Mauerwerk in das 12.-13. Jahrhundert datiert wird. Das Kirchenschiff wurde 1716–1718 nach Plänen von Lucas von Hildebrandt erbaut. Im Turmuntergeschoß befindet sich eine romanische kreuzgratgewölbte Kapelle. Seit 2008 wird in der Apsis dieser Kirche die um 1990 entdeckte, damals aber noch nicht freigelegte originale Wandmalerei aus der Barockzeit restauriert. Die Fresken werden dem Künstler Johann Gfall zugeschrieben.
Schanzwerk und Befestigungsanlage (Kuruzzenschanze): ObjektID: 129071, die Befestigungsanlage (Erdwall mit Palisaden und kleinen Forts) wurde in den Jahren 1703/04 erbaut und bis zum Ende des 18. Jahrhunderts betrieben. Der Wall sollte die kaiserlichen Truppen der Habsburger im Kampf gegen die Aufständischen unter Franz II. Rákóczi (1704–1711) unterstützen und den Zugang von Ungarn nach Wien sperren. Seine Anlage im Norden von Parndorf ist als Erdwall noch über einige Kilometer gut zu erkennen. Die Schanze setzt sich in Neusiedl am See fort.
Schloss Parndorf: Das Schloss von Parndorf befand sich im Süden des Ortes. Seine Lage ist nur mehr durch historische Landkarten dokumentiert, das Gebäude wurde 1979 abgetragen.
Tabernakelbildstock: ObjektID: 6168, Ried Draska, Bildstock mit aus dem Jahr 1696 datierter Inschrift in einem Feld westlich von Parndorf.
Theater Sommer Parndorf: Im Sommer gibt es auf dem Kirchenplatz den Theater Sommer Parndorf, der seit 2012 von Christian Spatzek geleitet wird. Er eröffnet mit "Der Talisman" von Johann Nestroy.

Sport: Der ansässige Fußballverein SC-ESV Parndorf 1919 spielte von 2006 bis 2008 sowie in der Spielzeit 2013/14 in der zweithöchsten österreichischen Spielklasse – der Ersten Liga.

Söhne und Töchter der Gemeinde:
Jonny Moser (1925–2011), Widerstandskämpfer, Historiker und Politiker
Franz M. Wuketits (* 1955), Biologe und Wissenschaftstheoretiker

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