Hackerberg 
Hackerberg ist eine Gemeinde mit 383 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2026) im Burgenland im Bezirk Güssing.
Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Vághegy.
Der kroatische Ortsname der Gemeinde wird oft fälschlicherweise als Stinjacki Vrh – was so viel bedeutet wie Stinatzer Spitze oder besser Stinatzer Berg – genannt. Dies ist jedoch nur die kroatische Bezeichnung für einen Ortsteil, dessen Besiedelung hauptsächlich mit kroatischer Bevölkerung von Stinatz aus erfolgte.
Die Gemeinde Hackerberg erscheint als hügelige, Richtung Steiermark abfallende Landschaft zwischen Neudau und Stinatz. Unberührte Natur, großer Waldreichtum und ruhige Umgebung machen den Reiz aus, der die Gäste gerne wiederkommen lässt. Als Freizeitangebot für die Region und den Fremdenverkehr wird die Erschließung und der Ausbau von Wander- und Radwanderwegen geplant. Sehr wertvoll sowohl für die Pflege der Kultur und des Brauchtums, für das gesellschaftliche Leben und für sportliche Aktivitäten in dieser Gemeinde ist das Vereinsleben.
Einer der wichtigsten Kulturträger des Ortes ist wohl der Musikverein Hackerberg-Neudauberg. Bei vielen Veranstaltungen und Festen wirkt er tatkräftig mit. Mit viel Einsatz und Begeisterung ist der Sportverein tätig, besonders in der Jugendarbeit.
Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Hackerberg ist der einzige Ort in der Gemeinde. Weitere Ortsteile sind die Csarhäuser und die Stinatzer Berghäuser. Hackerberg hat (noch) keine Straßennamen. Rund 15 neue Straßenbezeichnungen waren im Jahr 2012 vorgesehen. Ihre Einführung wurde 2012 in einer Volksbefragung abgelehnt (70,9 Prozent gegen Straßennamen, 79,5 Prozent gegen neue Hausnummern und 82,9 Prozent gegen eine neue Postleitzahl aus), ein weiterer Versuch des Gemeinderats wurde im Jahre 2024 unternommen. Auch die Änderung der Postleitzahl 8292 auf die "burgenländische" Zahl 7575 ist umstritten.
Geschichte: Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Vághegy verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.
Güssinger Zeitung vom 17.8.1930, Seite 1 und 2: Hackerberg. Hackerberg liegt südliich von Wörtherberg auf einer Hügelkette in Ausmass von 3.87 km2. Dieser Ort scheint der jüngste im Güssinger Bezirk zu sein, denn obwohl die Batthyánysche Herrschaft von Güssing hier Güter besass, ist doch in ihrem Urbarium von einem Hackerberg nirgends eine Silbe erwähnt. Somit konnte das Gebiet vom heutigen Hackerberg vor dem J. 1848 teils dem Terrain Stinatz, teils dem von Wörther- und Neudauberg zugeteilt gewesen sein. Der Ortsname soll nach Staatsschuldirektor Maxentius Eigl von der Hauptbeschäftigung der hierortigen alten Einwohner herrühren, die die einst ausgebreiteten Waldungen und Weingärten der Herrschaften Batthyány und Kottulinsky aushackten und bearbeiteten, weshalb der Ort nach diesen Holz- Hacker oder Weingärten-Hauer (Hacker) seinen Namen erhielt. Ein anderer Herr ist der Meinnng, der Ortsname stamme aus der sogenannten Hackenmühle an der Lafnitz, wo man Hacken und andere Werkzeuge wie Sicheln erzeugte. Ich setze noch hinzu, dass oft ein Gebietsteil den Namen nach einer dort angesehenen Familie erhielt, wie in unserer Gemeinde z. B. der Tscharberg, nach der in jener Gegend alten Familie Tschar. Da aber in den Urbarien der dortigen vier, eigentlich drei Berggemeinden, nirgends ein Hacker Zuname vorkommt, fühle ich mich der Meinung des Herrn Eigl hinzugezogen und zwar aus dem einfachen Grund, weil die Gemeinde nicht Hacken-, sonders Hackersberg heisst und dort tatsächlich der Beschäftigung nach Hacker wohnten.
Der obgenannte Herr Staatsschuldirektor, der in dieser Gemeinde lange Zeit als Staatslehrer wirkte, gab auch in anderen Angelegenheiten dieses Ortes, mit den, in meinen letzten Aufsätzen bereits Angeführten und noch Anführenden vollkommen überstimmende Berichte. Diese sind: Der Ort Hackerberg besteht — als politische Gemeinde — aus zwei örtlich von einander getrennten Teilen. Der eine, südöstlich gelegene, hauptsächlich von Kroaten bewohnte Teil heisst heute noch traditionell und inoffiziell: „Stinatzerberg“. Diese Benennung verdankt ihre Entstehung dieser Häusergruppe — denn die Besiedlung dieses Teiles der Gemeinde erfolgte von der Muttergemeinde: Stinatz aus. Am südlichen Abhang dieses Hügelgebietes (das gegen Osten zu auch Tischlerberg genannt wird), gab es einstens weit ausgebreitete Weingärten, mit — zur damaligen Zeit — bloss 4—5 Wohnhäusern, die gewiss vielmehr Kellerwohnungen waren und die natürlich zur politischen Gemeinde Stinatz gehörten. Die an Zahl noch geringen Insassen hatten sich aus Stinatz hier angesiedelt und bildeten noch keine selbsständige Gemeinde, sondern Berglerhäuser. Später kamen noch andere Familien aus Stinatz, die bereits einen Besitz hier hatten oder selben daselbst an sich kauften. Es kommen hier auch die ganz gleichen Familiennamen vor wie in Stinatz: Kirisits, Zsivkovits, Stipsits u. s. w.
Der andere, von Stinatzerberg nordwestlich gelegene und heute nur von Deutschen bewohnte Teil der Gemeinde heisst und ist das eigentliche Hackerberg, von dem die spätere ganze Gemeinde den Namen erhielt. Die ersten Ansiedler dieser deutschen Hackerbergler kamen aus den benachbarten steierischen Gemeinden Neudau und Wörth, denn man trifft hier die gleichen Familiennamen, wie sie in Neudau und Wörth vorkommen: Glatz, Pieber, Mujk, Taschner, Schuster u. s. w. Als dann aus diesen beiden Teilen eine selbsständige Gemeinde entstand, bekam diese den gemeinsamen Namen Hackerberg. Im J. 1870 wurde Hackerberg mit 315 Einwohner dem Stinatzer Notariat zugeteilt, heute zählt der Ort 547 Seelen und 71 Häuser. Im Weltkrieg sind von hier 18 Mann gefallen. Dte Kirche. Kirchlich gehörte der deutsche Teil von Hackerberg stets zur Pfarre Neudau und der kroatische zu Stinatz. Diese kirchliche Zugehörigkeit zu Neudau war der ungarischen Regierung stets ein Dorn im Auge. Am 4. Mai 1889 machte sie daher einen Versuch Wörther-, Hacker-, Neudau- und Burgauberg aus den steierichen Pfarren, abzutrennen und auf Kosten des Staates eine eigene ungarische Pfarre zu errichten. Zu diesem Zwecke wurde als bischöflicher Kommissär in diese Bergen der Dechant von Bocksdorf Franz Hatzl geschickt, der aber überall auf den hartnäckigsten Widerstand stoss. Somit blieb alles im Alten. In dieser Gemeinde befindet sich eine Kapelle und drei öffentliche Kreuze.
Die Schule. Hackerberg hatte vor dem J. 1875 noch keine selbsständige Schule. Die deutschen Kinder besuchten daher die Schule von Neudau und die kroatischen die von Stinatz, bis die ungarische Regieruug im J. 1875 eine Staatsschule errichtete, die sie anfangs in gemieteten Räumlichkeiten unterbrachte und zwar zuerst im deutschen Teile der Gemeinde im Hause des Franz Pickl Nr. 13, dann im kroatischen Teil (Stinatzerberg) Nr. 25 und vom Jahre 1884— 1928 im Hause Nr. 59. Das jetzige Staatschulgebäude von Baumeister Franz Böchheimer aus Stegersbach fast zur Gänze aus Landesmitteln ungefähr in der Mitte der Gemeinde im J. 1928 erbaut ist ein Prachtbau.
Die Lehrer waren folgende: Vom 1875-86 Karl Steinhöfer. 1886—1923 Maxentius Eigl. 1923-27 Philippine Stricker, 1924 bis heute Ferdinand Kellner Oberlehrer und von 1927 bis heute Klassenlehrerin Margarethe Zehetner (Güssinger Zeitung vom 17.8.1930, Seite 1 und 2).
Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Feuerwehrhaus: Die Ortsfeuerwehr Hackerberg wurde im Jahre 1930, mit einer Mannschaftsstärke von 42 Mann, gegründet. Als erster Hauptmann wurde Leopold Grandits gewählt. Im Jahre 1931 wurden die erste Tragkraftspritze und ein Rüstwagen angekauft und im Abstellschuppen der Volksschule untergestellt. In den Jahren 1950 und 1951 wurde das Feuerwehrhaus gebaut und fertiggestellt. 1968 konnte das erste Kleinlöschfahrzeug mit Vorbaupumpe angeschafft werden. 1980 wurde auch die erste Jugendfeuerwehr gegründet. 1987 wurde ein neues Kleinlöschfahrzeug mit Vorbaupumpe und Allradantrieb angeschafft. 1990 und 1991 wurden beim Feuerwehrhaus Um- und Zubauarbeiten durchgeführt. Im Jahr 2000 wurde eine Tragkraftspritze samt Anhänger angeschafft. Im August 2013 wurde ein KLF-A (ein Mercedes Sprinter mit Feuerwehraufbau der Fa. Iveco-Magirus) erworben.
Filialkirche Hl. Kreuz: Die Filialkirche Hl. Kreuz wird auch Kapelle Hackerberg genannt. Im Jahre 1968 kaufte die Gemeinde ein Grundstück in der Nähe der Volkschule. Es sollten ein Friedhof, eine Aufbahrungshalle und eine Kapelle gebaut werden. Dieses Vorhaben konnte unter Mitwirkung der Bevölkerung im Jahre 1971 vollendet werden. Die Einweihung fand am 4. September 1971 statt. In der Filialkirche, die dem Hl. Kreuz geweiht ist, werden Gottesdienste, Maiandachten und die Begräbnisse abgehalten. In der Zeit um das Kirchenweihfest im September wird jährlich das schon traditionelle Dorffest, beginnend mit der Kreuzprozession zum Festplatz gefeiert.
Friedhof: Der Friedhof der Gemeinde Hackerberg wurde 1970 unter dem Bürgermeister Anton Zsifkovits errichtet.
Friedhofskreuz: Das Friedhofskreuz befindet sich beim Eingang des Friedhofes und trägt die Inschrift "AUFERSTEHUNG IST UNS ALLEN VERHEISSEN".
Gemeindeamt: Das Gemeindeamt befindet sich auf Hackerberg 77 und bildet gemeinsam mit der Volksschule ein zusammenhängendes Gebäude.
Hackerberger Wegkreuz: Das Wegkreuz an der Landesstraße zwischen Hackerberg und Richtung Neudau wurde am 16. September 2017 vom Diakon Engelbert Fabsits neu gesegnet. Nach der Straßensanierung im Vorjahr war das Kreuz versetzt, von der Gemeinde restauriert und mit einem gepflasterten Vorplatz versehen worden.
Obstpresse: Die Obstpresse befindet sich neben der Filialkirche Hl. Kreuz.
Kriegerdenkmal: Siehe in Soldatendenkmal in Stinatz.
Volksschule: Die Volksschule befindet sich auf Hackerberg 77 und bildet gemeinsam mit dem Gemeindeamt ein zusammenhängendes Gebäude. Vor dem Jahr 1875 besuchten die Kinder aus dem deutschen Ortsteil die Schule in Neudau, die aus dem kroatischen Ortsteil die Schule in Stinatz. Erst 1875 errichtete die ungarische Regierung eine Staatsschule, die am Anfang in gemieteten Räumen untergebracht war. In den Jahren 1993/94 wurde das Volksschule generalsaniert.
Persönlichkeiten:
Ägidius Zsifkovics (* 1963), österreichischer Theologe, Bischof der Diözese Eisenstadt, stammt aus Hackerberg
Thomas Stipsits (* 1983), Kabarettist und Schauspieler, wohnt in Hackerberg
Radwege: Die Ortschaft ist eine Station des B 63 Streuobstwiesenradweges.
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: www.nikles.net, Güssinger Zeitung vom 17.8.1930, Seite 1 und 2.
Der kroatische Ortsname der Gemeinde wird oft fälschlicherweise als Stinjacki Vrh – was so viel bedeutet wie Stinatzer Spitze oder besser Stinatzer Berg – genannt. Dies ist jedoch nur die kroatische Bezeichnung für einen Ortsteil, dessen Besiedelung hauptsächlich mit kroatischer Bevölkerung von Stinatz aus erfolgte.
Die Gemeinde Hackerberg erscheint als hügelige, Richtung Steiermark abfallende Landschaft zwischen Neudau und Stinatz. Unberührte Natur, großer Waldreichtum und ruhige Umgebung machen den Reiz aus, der die Gäste gerne wiederkommen lässt. Als Freizeitangebot für die Region und den Fremdenverkehr wird die Erschließung und der Ausbau von Wander- und Radwanderwegen geplant. Sehr wertvoll sowohl für die Pflege der Kultur und des Brauchtums, für das gesellschaftliche Leben und für sportliche Aktivitäten in dieser Gemeinde ist das Vereinsleben.
Einer der wichtigsten Kulturträger des Ortes ist wohl der Musikverein Hackerberg-Neudauberg. Bei vielen Veranstaltungen und Festen wirkt er tatkräftig mit. Mit viel Einsatz und Begeisterung ist der Sportverein tätig, besonders in der Jugendarbeit.
Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Hackerberg ist der einzige Ort in der Gemeinde. Weitere Ortsteile sind die Csarhäuser und die Stinatzer Berghäuser. Hackerberg hat (noch) keine Straßennamen. Rund 15 neue Straßenbezeichnungen waren im Jahr 2012 vorgesehen. Ihre Einführung wurde 2012 in einer Volksbefragung abgelehnt (70,9 Prozent gegen Straßennamen, 79,5 Prozent gegen neue Hausnummern und 82,9 Prozent gegen eine neue Postleitzahl aus), ein weiterer Versuch des Gemeinderats wurde im Jahre 2024 unternommen. Auch die Änderung der Postleitzahl 8292 auf die "burgenländische" Zahl 7575 ist umstritten.
Geschichte: Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Vághegy verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.
Güssinger Zeitung vom 17.8.1930, Seite 1 und 2: Hackerberg. Hackerberg liegt südliich von Wörtherberg auf einer Hügelkette in Ausmass von 3.87 km2. Dieser Ort scheint der jüngste im Güssinger Bezirk zu sein, denn obwohl die Batthyánysche Herrschaft von Güssing hier Güter besass, ist doch in ihrem Urbarium von einem Hackerberg nirgends eine Silbe erwähnt. Somit konnte das Gebiet vom heutigen Hackerberg vor dem J. 1848 teils dem Terrain Stinatz, teils dem von Wörther- und Neudauberg zugeteilt gewesen sein. Der Ortsname soll nach Staatsschuldirektor Maxentius Eigl von der Hauptbeschäftigung der hierortigen alten Einwohner herrühren, die die einst ausgebreiteten Waldungen und Weingärten der Herrschaften Batthyány und Kottulinsky aushackten und bearbeiteten, weshalb der Ort nach diesen Holz- Hacker oder Weingärten-Hauer (Hacker) seinen Namen erhielt. Ein anderer Herr ist der Meinnng, der Ortsname stamme aus der sogenannten Hackenmühle an der Lafnitz, wo man Hacken und andere Werkzeuge wie Sicheln erzeugte. Ich setze noch hinzu, dass oft ein Gebietsteil den Namen nach einer dort angesehenen Familie erhielt, wie in unserer Gemeinde z. B. der Tscharberg, nach der in jener Gegend alten Familie Tschar. Da aber in den Urbarien der dortigen vier, eigentlich drei Berggemeinden, nirgends ein Hacker Zuname vorkommt, fühle ich mich der Meinung des Herrn Eigl hinzugezogen und zwar aus dem einfachen Grund, weil die Gemeinde nicht Hacken-, sonders Hackersberg heisst und dort tatsächlich der Beschäftigung nach Hacker wohnten.
Der obgenannte Herr Staatsschuldirektor, der in dieser Gemeinde lange Zeit als Staatslehrer wirkte, gab auch in anderen Angelegenheiten dieses Ortes, mit den, in meinen letzten Aufsätzen bereits Angeführten und noch Anführenden vollkommen überstimmende Berichte. Diese sind: Der Ort Hackerberg besteht — als politische Gemeinde — aus zwei örtlich von einander getrennten Teilen. Der eine, südöstlich gelegene, hauptsächlich von Kroaten bewohnte Teil heisst heute noch traditionell und inoffiziell: „Stinatzerberg“. Diese Benennung verdankt ihre Entstehung dieser Häusergruppe — denn die Besiedlung dieses Teiles der Gemeinde erfolgte von der Muttergemeinde: Stinatz aus. Am südlichen Abhang dieses Hügelgebietes (das gegen Osten zu auch Tischlerberg genannt wird), gab es einstens weit ausgebreitete Weingärten, mit — zur damaligen Zeit — bloss 4—5 Wohnhäusern, die gewiss vielmehr Kellerwohnungen waren und die natürlich zur politischen Gemeinde Stinatz gehörten. Die an Zahl noch geringen Insassen hatten sich aus Stinatz hier angesiedelt und bildeten noch keine selbsständige Gemeinde, sondern Berglerhäuser. Später kamen noch andere Familien aus Stinatz, die bereits einen Besitz hier hatten oder selben daselbst an sich kauften. Es kommen hier auch die ganz gleichen Familiennamen vor wie in Stinatz: Kirisits, Zsivkovits, Stipsits u. s. w.
Der andere, von Stinatzerberg nordwestlich gelegene und heute nur von Deutschen bewohnte Teil der Gemeinde heisst und ist das eigentliche Hackerberg, von dem die spätere ganze Gemeinde den Namen erhielt. Die ersten Ansiedler dieser deutschen Hackerbergler kamen aus den benachbarten steierischen Gemeinden Neudau und Wörth, denn man trifft hier die gleichen Familiennamen, wie sie in Neudau und Wörth vorkommen: Glatz, Pieber, Mujk, Taschner, Schuster u. s. w. Als dann aus diesen beiden Teilen eine selbsständige Gemeinde entstand, bekam diese den gemeinsamen Namen Hackerberg. Im J. 1870 wurde Hackerberg mit 315 Einwohner dem Stinatzer Notariat zugeteilt, heute zählt der Ort 547 Seelen und 71 Häuser. Im Weltkrieg sind von hier 18 Mann gefallen. Dte Kirche. Kirchlich gehörte der deutsche Teil von Hackerberg stets zur Pfarre Neudau und der kroatische zu Stinatz. Diese kirchliche Zugehörigkeit zu Neudau war der ungarischen Regierung stets ein Dorn im Auge. Am 4. Mai 1889 machte sie daher einen Versuch Wörther-, Hacker-, Neudau- und Burgauberg aus den steierichen Pfarren, abzutrennen und auf Kosten des Staates eine eigene ungarische Pfarre zu errichten. Zu diesem Zwecke wurde als bischöflicher Kommissär in diese Bergen der Dechant von Bocksdorf Franz Hatzl geschickt, der aber überall auf den hartnäckigsten Widerstand stoss. Somit blieb alles im Alten. In dieser Gemeinde befindet sich eine Kapelle und drei öffentliche Kreuze.
Die Schule. Hackerberg hatte vor dem J. 1875 noch keine selbsständige Schule. Die deutschen Kinder besuchten daher die Schule von Neudau und die kroatischen die von Stinatz, bis die ungarische Regieruug im J. 1875 eine Staatsschule errichtete, die sie anfangs in gemieteten Räumlichkeiten unterbrachte und zwar zuerst im deutschen Teile der Gemeinde im Hause des Franz Pickl Nr. 13, dann im kroatischen Teil (Stinatzerberg) Nr. 25 und vom Jahre 1884— 1928 im Hause Nr. 59. Das jetzige Staatschulgebäude von Baumeister Franz Böchheimer aus Stegersbach fast zur Gänze aus Landesmitteln ungefähr in der Mitte der Gemeinde im J. 1928 erbaut ist ein Prachtbau.
Die Lehrer waren folgende: Vom 1875-86 Karl Steinhöfer. 1886—1923 Maxentius Eigl. 1923-27 Philippine Stricker, 1924 bis heute Ferdinand Kellner Oberlehrer und von 1927 bis heute Klassenlehrerin Margarethe Zehetner (Güssinger Zeitung vom 17.8.1930, Seite 1 und 2).
Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Feuerwehrhaus: Die Ortsfeuerwehr Hackerberg wurde im Jahre 1930, mit einer Mannschaftsstärke von 42 Mann, gegründet. Als erster Hauptmann wurde Leopold Grandits gewählt. Im Jahre 1931 wurden die erste Tragkraftspritze und ein Rüstwagen angekauft und im Abstellschuppen der Volksschule untergestellt. In den Jahren 1950 und 1951 wurde das Feuerwehrhaus gebaut und fertiggestellt. 1968 konnte das erste Kleinlöschfahrzeug mit Vorbaupumpe angeschafft werden. 1980 wurde auch die erste Jugendfeuerwehr gegründet. 1987 wurde ein neues Kleinlöschfahrzeug mit Vorbaupumpe und Allradantrieb angeschafft. 1990 und 1991 wurden beim Feuerwehrhaus Um- und Zubauarbeiten durchgeführt. Im Jahr 2000 wurde eine Tragkraftspritze samt Anhänger angeschafft. Im August 2013 wurde ein KLF-A (ein Mercedes Sprinter mit Feuerwehraufbau der Fa. Iveco-Magirus) erworben.
Filialkirche Hl. Kreuz: Die Filialkirche Hl. Kreuz wird auch Kapelle Hackerberg genannt. Im Jahre 1968 kaufte die Gemeinde ein Grundstück in der Nähe der Volkschule. Es sollten ein Friedhof, eine Aufbahrungshalle und eine Kapelle gebaut werden. Dieses Vorhaben konnte unter Mitwirkung der Bevölkerung im Jahre 1971 vollendet werden. Die Einweihung fand am 4. September 1971 statt. In der Filialkirche, die dem Hl. Kreuz geweiht ist, werden Gottesdienste, Maiandachten und die Begräbnisse abgehalten. In der Zeit um das Kirchenweihfest im September wird jährlich das schon traditionelle Dorffest, beginnend mit der Kreuzprozession zum Festplatz gefeiert.
Friedhof: Der Friedhof der Gemeinde Hackerberg wurde 1970 unter dem Bürgermeister Anton Zsifkovits errichtet.
Friedhofskreuz: Das Friedhofskreuz befindet sich beim Eingang des Friedhofes und trägt die Inschrift "AUFERSTEHUNG IST UNS ALLEN VERHEISSEN".
Gemeindeamt: Das Gemeindeamt befindet sich auf Hackerberg 77 und bildet gemeinsam mit der Volksschule ein zusammenhängendes Gebäude.
Hackerberger Wegkreuz: Das Wegkreuz an der Landesstraße zwischen Hackerberg und Richtung Neudau wurde am 16. September 2017 vom Diakon Engelbert Fabsits neu gesegnet. Nach der Straßensanierung im Vorjahr war das Kreuz versetzt, von der Gemeinde restauriert und mit einem gepflasterten Vorplatz versehen worden.
Obstpresse: Die Obstpresse befindet sich neben der Filialkirche Hl. Kreuz.
Kriegerdenkmal: Siehe in Soldatendenkmal in Stinatz.
Volksschule: Die Volksschule befindet sich auf Hackerberg 77 und bildet gemeinsam mit dem Gemeindeamt ein zusammenhängendes Gebäude. Vor dem Jahr 1875 besuchten die Kinder aus dem deutschen Ortsteil die Schule in Neudau, die aus dem kroatischen Ortsteil die Schule in Stinatz. Erst 1875 errichtete die ungarische Regierung eine Staatsschule, die am Anfang in gemieteten Räumen untergebracht war. In den Jahren 1993/94 wurde das Volksschule generalsaniert.
Persönlichkeiten:
Ägidius Zsifkovics (* 1963), österreichischer Theologe, Bischof der Diözese Eisenstadt, stammt aus Hackerberg
Thomas Stipsits (* 1983), Kabarettist und Schauspieler, wohnt in Hackerberg
Radwege: Die Ortschaft ist eine Station des B 63 Streuobstwiesenradweges.
Quelle: Text: www.nikles.net, Bilder: www.nikles.net, Güssinger Zeitung vom 17.8.1930, Seite 1 und 2.
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