Oberdorf

Oberdorf im Burgenland ist eine Gemeinde mit 996 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2018) im Burgenland im Bezirk Oberwart.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Oberdorf im Burgenland ist die einzige Ortschaft in der Gemeinde, Oberdorf (ohne Zusatz) die einzige Katastralgemeinde.

Geschichte: Die Gemeinde Oberdorf im Burgenland ist auf eine Gründung der "Rothenthurmer" Herrschaft zurückzuführen. Im Jahr 1434 kauften die aus Deutschland stammenden "Ellenbacher" die damalige Rotenturmer Burg samt allen Besitzungen den "Rothenthurmern" ab.

In diesem Zusammenhang wurde auch der Name Oberdorf erstmals urkundlich erwähnt, und zwar als "possesione Monyorospatak alio nomine Oberdorffh", was man etwa folgendermaßen übersetzen kann: "Der Besitz am Haselbach oder mit anderem Namen Oberdorffh".
Im Jahr 1496 verkaufte Johann Ellerbach die Burg Rotenturm mit allen Besitzungen – darunter das heutige Oberdorf – an Thomas Bakocz de Erdöd, den Bischof von Zagreb und späteren Kardinalprimas und Oberprimas von Ungarn. Damit begann für Oberdorf eine rund vier Jahrhundertlang dauernde Herrschaftsära der Grafschaft Erdödy. Die damaligen Oberdorfer, durchwegs Bauern, mussten an die Herrschaft zweimal jährlich Steuern in Form von Geld und Naturalien abliefern.
1553 führte der Ort den Namen "Oberdarff" und im Jahr 1556 "Oberdorff". 1635 hieß der Ort "Obandorff".

Im Jahr 1688 gab es in der Gemeinde 24 aufrechte Höfe, deren Besitzer durchwegs Deutsche waren. 9 Tuider, 6 Lorenz, 5 Konrat, je 4 Kopfer und Bogner, je 2 List, Halper, Reiterbauer, Haasl, Dirnbeck und andere. Die Familiennamen Halper, Konrath, Tuider, Lorenz haben sich offensichtlich durchgesetzt, denn noch heute sind diese in Oberdorf stark verbreitet.

Erst in diesem Jahrhundert fand in Oberdorf ein großer Strukturwandel vom reinen Bauerndorf zu einem Arbeiterdorf statt. Im Jahr 1779 war die Einwohnerzahl bereits auf 443 Menschen angewachsen. 1869 wurde die Kirche am Sauberg erbaut. 1881 wurde eine Poststation eröffnet, gleichzeitig führte das Gemeindesiegel als Wappenbild einen Pflug. Das erste Schulgebäude soll 1884 erbaut worden sein. Im Jahr 1885 wurde der Ortsname durch königliches Dekret in "Örallas" magyarisiert. Eine Volkszählung im Jahr 1891 zählt 974 Einwohner.

Mit Ende des ersten Weltkrieges beklagte die Gemeinde 30 Gefallene. 1919 lebte der gefürchtete Markus Tuider in Oberdorf, der mit seinen Genossen die Gegend unsicher machte. Zahlreiche Verbrechen wie Raub und Plünderung standen an der Tagesordnung. Noch im gleichen Jahr wurde Tuider von Gendarmen erschossen.
Im Jahr 1921 wurde ein Feuerwehrverein gegründet.

1922 wurde hinter der Kirche eine zweite Volksschule durch die politische Gemeinde erbaut. 1923 errichtete man auch ein Feuerwehrhaus sowie eine Gemeindekanzlei.
1934 wurde in der Schule die erste öffentliche Fernsprechstelle der Gemeinde errichtet. Ein Jahr später bekam die Gemeinde das elektrische Licht. Als Hitler 1938 in Österreich einzog, blieb auch Oberdorf nicht unberührt. Viele Oberdorfer wurden nach Kriegsbeginn in die deutsche Wehrmacht eingezogen. 94 Männer verlor die Gemeinde im Zweiten Weltkrieg.
1948 wurde unter Kardinal Theodor Innitzer in Oberdorf eine selbständige Seelsorgestelle errichtet. Nachdem im Zweiten Weltkrieg die Kirchenglocke eingezogen worden war, wurden 1954 zwei neue Glocken geweiht und ihrer Bestimmung übergeben.
In den folgenden Jahren war man mit der Beseitigung der Kriegsschäden beschäftigt. Im Dezember 1952 brannte in allen teilen Oberdorfs das elektrische Licht.
Die Versorgung mit Wasser stellte für die Gemeinde besondere Probleme dar. Wegen der Versteuerung der Häuser wurden drei Wasserversorgungsanlagen gegründet.
1953 wurde die Wasserleitung der Oberdorf-Edelberg fertig gestellt; 1956 wurden die Wasserversorgungsanlage Oberdorf-Bergen und 1962 die Wasserversorgungsanlage Oberdorf-Dorf errichtet.
1961 bis 1968 wurde die Kirche umfassend renoviert: auch eine elektrische Beleuchtung wurde installiert.
1967 wurden der Neubau des Gemeindehauses und die Umbauarbeiten der Schule abgeschlossen. Im Jahr 1973 begann man mit dem Bau einer Ortskanalisation.
Der Kindergarten wurde im Jahr 1978 nach zweijähriger Bauzeit eröffnet.
1980 wurde eine selbständige Gemeindeverwaltung im Gemeindehaus eingerichtet. Bis dahin hatte es eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Gemeinde Unterwart gegeben.
1988 führte die Gemeinde Gassenbezeichnungen ein, und 1993 wurde in Oberdorf ein eigenes Standesamt, das bislang in Unterwart war, eingerichtet.
1995 wurde Oberdorf zu einer selbständigen Pfarre erhoben. Die Volksschule hinter der Kirche wurde durch einen neuen modernen Bau ersetzt, in dem seit dem Schuljahr 1997/1998 unterrichtet wird.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Ehem. Bauernhof: ObjektID: 8286, Untere Hauptstraße 27.
Kath. Pfarrkirche hl. Anna: ObjektID: 8285. Die römisch-katholische Pfarrkirche Oberdorf steht in der Gemeinde Oberdorf im Burgenland. Sie ist der heiligen Anna geweiht und gehört zum Dekanat Pinkafeld in der Diözese Eisenstadt. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz. Die Kirche liegt im höchstgelegenen Ortsteil Kirchendorf in Oberdorf. Die Kirche wurde 1757 erbaut. 1869 erfolgte ein Umbau, dabei wurde der Kirchturm und die Wölbung neu gebaut. Anfangs war die Kirche eine Filialkirche der Pfarre Rotenturm an der Pinka und wurde 1948 zur selbstständigen Lokalseelsorgestelle erhoben. 1968 erfolgte eine Restaurierung und im Jahr 1995 wurde die Kirche zur eigenständigen Pfarrkirche erhoben.[2] Die Kirche ist ein einschiffiger Bau mit Chor ohne Einzug. Die Apsis endet in einem 3/8-Schluss. Der eingebundene Fassadenturm hat einen Spitzhelm. Das Langhaus der Kirche ist dreijochig. Darüber ist ein hohes Platzlgewölbe zwischen breiten Gurtbögen, die auf Pilastern ruhen. Die platzlunterwölbte Empore ist dreiachsig und ruht auf Pfeilern. Die erweiterte Brüstung lagert auf Holzstützen. Im Chorjoch ist Platzlgewölbe, über der Apsis Kappengewölbe. Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1779 und wurde 1968 verändert. Der Altar ist ein flacher Wandaltar mit Säulen und plastischer Aufsatzgruppe. Die Holzfiguren stellen den heiligen Nikolaus und den heiligen Josef dar und stammen vom Ende des 19. Jahrhunderts. Das Altarbild stammt aus neuerer Zeit. Der Seitenaltar wurde Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet. Er weist ein Wappen der Familie Erdödy auf. Er wurde 1836 aus der alten Kapelle auf Schloss Rotenturm übertragen. Die Orgel wurde 1870 von Friedrich Werner aus Graz gebaut.
Kapelle zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit
Kapelle zum hl. Josef
Kriegerdenkmal: Freistehendes Denkmal gekrönt mit Eisernem Kreuz außen an der Friedhofsumzäunung mit Metallgitterzaun eingefriedet.

Persönlichkeiten:
Josef Kirschner (1931–2016), Fernsehmoderator, Autor und Journalist

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