Jabing

Jabing (ungarisch: Vasjobbágyi) ist eine Gemeinde im Bezirk Oberwart im Burgenland. Der Anteil der Burgenlandungarn an der Gesamtbevölkerung beträgt drei Prozent. Jabing hat 734 Einwohner (Stand 1.1.2018).

Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland am Fluss Pinka. Jabing ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte: Um das Jahr 1440 wird der Ort als jobagyi oder jobbagyi genannt. Die adligen Grundherren des Dorfes, die v.a. in Klein-Jabing siedelten, sahen sich als Nachkommen der Szekler. Die Reformation des 16. Jahrhunderts teilte das Dorf. Die katholische Kirche von Jabing war seit 1698 eine Filiale der Pfarre Großpetersdorf. 1788 erfolgten der Bau und Weihe der römisch-katholischen Pfarrkirche. Die evangelischen Bewohner gehörten als Filialgemeinde zur Gemeinde Siget in der Wart. 1875 wurde die evangelische Schule erbaut, die auch als Kirche dient.

Obwohl in der Zeit des 17. Jahrhunderts die deutsche Besiedlung immer mehr zunahm, waren zu dieser Zeit noch immer rund 50 Prozent der Gesamtbevölkerung ungarischsprachig. 1880 waren es nur noch 16 Prozent, 1920 sogar nur 8 Prozent. Der Ort war, wie das gesamte Burgenland bis 1920/21, Teil Ungarns (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste auf Grund der Zentralisierungsspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Vasjobbágyi (Vas = Eisen für Eisenstadt) verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen.

Die Gemeinde Jabing gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland. Im Zweiten Weltkrieg lag Jabing direkt im Frontbereich und wurde am 5. April 1945 von russischen Soldaten eingenommen. 1971 erfolgte der Anschluss der Gemeinde Jabing an die Großgemeinde Großpetersdorf infolge des In-Kraft-Tretens des Burgenländischen Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes. 1992 trennten sich Großpetersdorf und Jabing per Gemeinderatsbeschluss wieder.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Amerikanerkreuz: Das Amerikanerkreuz befindet sich vor der Volksschule in Jabing, wurde 1910 errichtet und 1985 renoviert.
Bauernhaus: ObjektID: 8186, Jabing 28, ein Hakenhof mit Laubgang über 13 Achsen, lt. Inschrift 1798.
Bauernhaus, Szabohaus: (ehemaliges Gasthaus der Kleinadeligen von Jabing) ObjektID: 8187, Obere Hauptstraße 2.
Evangelisches Schul- und Bethaus: ObjektID: 8185, Jabing 10, errichtet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Kath. Pfarrkirche hl. Anna: ObjektID: 8183, die römisch-katholische Pfarrkirche Jabing steht am Hang westlich der Gemeinde Jabing im Bezirk Oberwart im Burgenland. Sie ist der heiligen Anna geweiht und gehört zum Dekanat Rechnitz in der Diözese Eisenstadt. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz. Die Kirche wurde 1788 erbaut und 1820 erweitert. 1836 wurde der Kirchenraum neu gewölbt. Restaurierungen erfolgten in den Jahren 1846, 1922 und 1974. Die Kirche ist eine klassizistische einschiffige Kirche mit halbrunder Apsis. Der vorgelagerte Ostturm mit Spitzhelm ist dreigeschoßig. Am Ostjoch ist ein Strebepfeilerpaar. Über dem Turmportal ist eine Nische mit einer Steinfigur des heiligen Johannes Nepomuk. Das Kirchenschiff besteht aus vier Jochen, die platzlgewölbt sind. Dazwischen sind Gurtbögen, die auf flachen Pilastern ruhen. Die Kirche ist im Inneren zart mit Stuck dekoriert. Die Empore wurde aus Holz errichtet. Der Triumphbogen, der das Kirchenschiff vom Chor trennt, ist rundbogig. Über der Apsis ist Schalengewölbe mit Stichkappen. Der neoromanische Hochaltar stammt wahrscheinlich aus der Hand von Johann Rath aus dem Jahr 1856. Das Altarbild aus der Zeit um 1800 zeigt die heilige Anna und stammt von einem Maler aus Wien. Der Seitenaltar hat ein Altarbild, das den heiligen Patrick zeigt; der Altar entstand um 1790. Die Kanzel wird um 1820 erstmals urkundlich erwähnt. Am Korb sind Brustbilder der vier Evangelisten.
Kriegerdenkmal: Das Denkmal befindet sich neben der Kirche. Quadratischer Sockel gekrönt mit der Statue eines Soldaten, umzäunt mit Ketten und Säulen.

Persönlichkeiten:
Josef Baliko (1876–1930), Holzarbeiter und Politiker

Radwege: Jabing ist eine Station des Berghäuser Radweges B 55, bei einer Streckenlänge von 43,3 km. Als Berghäuser bezeichnet man im Südburgenland die über den Niederungen gelegenen Ortsteile einer Gemeinde. Stets bergauf und bergab führt der B 55 Berghäuser-Radweg durch waldreiches, ruhiges Gebiet.

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