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Gaas, Maria Weinberg, Kriegerdenkmal

Das Soldatendenkmal auf dem denkmalgeschützten Friedhof in Gaas - Maria Weinberg erinnert an die Gefallenen im I. und II. Weltkrieg. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Weinberg und der Kerzenkapelle. Das Soldatendenkmal wurde in der Werkstatt von Heinrich Czerny in Wien XVII hergestellt. Ein Korrespondent der "Güssinger Zeitung" nennt das Werk ein "Meisterwerk" in Heinrich Czernys Werkstatt. Die Statue zeigt Jesus, wie er einen sterbenden Soldaten auf seinen Weg schickt. Die feierliche Enthüllung des Denkmales fand am Sonntag, dem 7. Juni 1925 um 3 Uhr nachmittags statt. Die Weihe wurde von Prälat Dr. Franz HIavati (HIawati), Provikar des Burgenlandes, vorgenommen.

Finanziert wurde das Kriegerdenkmal durch die in Amerika arbeitenden Gaaser, D.-Ehrensdorfer und Steinfurt(h)er. Es wurden über 600 Dollar gesammelt. Am Denkmal findet man die Inschrift: "Gewidmet von Brüdern in Amerika".

Der Verschönerungsverein Gaas hat das Soldatendenkmal in Gaas bei der Wallfahrtskirche Maria Weinberg im Jahr 2018 saniert. Die Statue wurde mit einer atmungsaktiven Farbe gestrichen, die Stufenplatten befestigt und die Inschrift für die Gefallenen aus Gaas, Steinfurt und Deutsch Ehrensdorf neu vergoldet. Obmann Walter Strobl und Pfarrer Karl Schlögl bedankten sich bei den Restaurateuren Johann Raubold, Josef Schwarz und Julian Weiß für ihre Arbeit.

Güssinger Zeitung vom 31.1.1926: Ein Kriegsgefangener meldet sich nach 10 Jahren: An dem im Jahre 1925 am Maria-Weinberge bei Gaas errichteten Kriegerdenkmale ist neben anderen auch der Name des Paul Tóth als eines im Weltkriege verstorbenen Soldaten zu lesen Man nahm an, er sei tot, und zwar seit 1925 . . . Der nach Gaas zuständige Paul Tóth ist, wie so viele andere, im Jahre 1914 eingerückt. Im Jahre 1915 hat er noch geschrieben. Seit dem Rummel bei Lublin im denselben Jahre war aber von Paul Tóth nichts mehr zu hören. Alle Anfragen blieben erfolglos, er wurde vermisst. Man hat nun mit Sicherheit angenommen, dass er bei Lublin gefallen ist. Wer sich 10 Jahre lang nicht meldet, dann mag er wohl tot sein. So kam sein Name auch auf das Kriegerdenkmal ... Nun erhielt seine Schwester vor einigen Tagen einen Brief aus Russland. Den Brief hat Paul Tóth geschrieben. Im Briefe teilt er seiner Schwester mit, dass er lebt, gesund ist, noch nicht geheiratet hat, es geht ihm sogar sehr gut, denn er bemitleidet seine Angehörigen, die er noch immer unter ungarischer Herrschaft glaubt, von welcher die russischen Zeitungen furchtbare Dinge schreiben. Er ist bei Lublin gefangen genommen worden, lebt jetzt in dem deutschen Sowjet bei Mariopol (Anmerkung: Mariupol, heutige Ukraine), in der Nähe des Schwarzen Meeres. Aus dem Briefe ist es ziemlich deutlich zu ersehen, dass er seit 10 Jahren seinen Angehörigen noch nicht geschrieben hat, dass dies der erste Brief ist, den er in seine Heimat schickt. Und diesen hätte er auch nicht geschrieben, wenn er seine Heimatsdokumente nicht benötigte, um welche er im Briefe bittet ... Aus dieser Geschichte, die wie ein Märchen lautet, ist zu lernen, dass nicht ein jeder gestorben ist, den man für tot hält, auch wenn sein Name auf dem Kriegerdenkmale zu lesen ist. Viele können noch in Russland leben, von denen wir überzeugt sind, dass sie gestorben sind. Und die Kriegswitwen sollen wohl auch achtgeben, dass sie nicht vorzeitigt heiraten und in Bigamie leben ... Traurig ist es aber, dass es vorkommen kann, dass jemand erst nach 10 Jahren darauf denkt, dass er Angehörigen hat, denen er schreiben soll. Und auch dann nur darum, weil er von ihnen etwas zu verlangen hat.



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