Stoob

Stoob (ungarisch: Csáva, kroatisch: Štuma) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland in Österreich.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Mittelburgenland im Stooberbachtal. Stoob ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte: Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Stoob dann in der Provinz Pannonia.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Csáva verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland. Marktgemeinde ist Stoob seit 1. Mai 1979.

Wappen: Blasonierung: "Im roten Schild ein goldenes Gefäß (Plutzer), überhöht von zwei goldenen Sonnen." Das Wappen soll als Sinnbild für Energie (Brennen des Tonnes) und einer blühenden Wirtschaft verstanden werden.

Wirtschaft: Stoob ist seit dem 17. Jahrhundert bekannt für sein Hafnerhandwerk. In einem Grundbuch des Feudalherrn Lippay de Zombor ist 1676 ein Thoma Paur als Hafner in Stoob verzeichnet. Zunftkrug aus 1619 und Zunfttruhe mit Bruderschaftsbuch und anderen Dokumenten aus 1846 sind erhalten. Gemäß einer amtlichen Zuschreibung der Zünfte aus 1851 fiel auf jedes vierte Haus ein Hafnermeister.

1895 wurde die Esterházysche Tonwarenfabrik errichtet, seit 1893 gab es eine Tongewerbefachschule. 1903 bestand das Dorf aus 220 Häusern, wovon in 27 die Hafnerei betrieben wurde. In der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg war Stoob durch eine Tonwarenfabrik und eine Tongewerbefachschule ein Zentrum des Hafnergewerbes.

Mehrere Töpferbetriebe sowie die 1956 gegründete, 1959 als Neubau initiierte Landesberufsschule für Keramik (nunmehr: Landesfachschule für Keramik und Ofenbau Stoob), die einzige dieser Art in Österreich, heben die ungebrochene Bedeutung dieses Handwerks für die Marktgemeinde hervor. Darüber hinaus werden für Interessierte Töpferkurse angeboten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Bergkirche hl. Johannes d. T. (ehem. Pfarrkirche) mit Friedhofsmauer: ObjektID: 85078, ein romanischer Rechteckbau aus dem 13. Jahrhundert. In der Halbkreisapsis wurden Wandmalereireste aus den Jahren um 1220/1230 freigelegt, die Christus und die 12 Apostel darstellen. An der südlichen Außenwand befindet sich eine Kreuzigungsgruppe (Gekreuzigter und die zwei Schächer) aus Holz; eine Grödentaler Holzschnitzarbeit aus dem Jahr 1891.
Diözesanmuseum, ehem. evangelischer Pfarrhof: ObjektID: 50219, Hauptstraße 140, ehem. Evangelisches Pfarrhaus aus 1786 bzw. 1830.
Evangelisches Pfarrhaus: (aus 1786 bzw. 1830), aktuell (2012) befindet sich darin das Evangelisches Diözesanmuseum.
Evang. Pfarrkirche A.B.: ObjektID: 50215, Hauptstraße 140, das evangelische Gotteshaus ist eine der ersten "modernen" Kirchen des Burgenlandes. Die evangelisch-lutherische Christuskirche steht in Stoob im Burgenland. Die Pfarrgemeinde gehört zur Superintendentur A. B. Burgenland in der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich. Die Toleranzkirche mit einem Holzglockenstuhl wurde im Jahre 1786 erbaut. Im Jahre 1948 wurde der Holzglockenstuhl durch einen gemauerten Glockenturm mit Pyramidenhelm ersetzt. Das Kirchenschiff wurde im Jahre 1961 abgerissen und etwas versetzt eine neue Kirche nach den Plänen der Architekten Charlotte und Karl Pfeiler errichtet. Der Kirchturm wurde damit freistehend. Das Altarkreuz aus Messingguss ist aus dem Jahre 1889. Das ebenerdige Evangelische Pfarrhaus mit einem mittigen Portal mit Säulen wurde im Jahre 1830 errichtet. Die ehemalige Evangelische Schule beherbergt heute das evangelische Gemeindezentrum. Das Gebäude wurde 1904 auf der gegenüberliegenden Straßenseite visavis zur Kirche errichtet. 1938 wurde der evangelischen Kirche das Schulrecht entzogen.
Fürstlich Esterhazy’sche Tonwarenfabrik: ObjektID: 66696, Fabrikstraße 12, von der Ende des 19. Jahrhunderts errichteten weitläufigen Anlage der Esterhazy’schen Tonwarenfabrik sind heute noch das Verwaltungsgebäude (und ehemalige Schulgebäude) sowie der Schlot der ehemaligen Maschinenhalle erhalten. Das Verwaltungsgebäude ist ein zweigeschoßiger späthistoristischer Bau mit Sichtziegeldekoration unter einem Walmdach. Westlich steht der 1901 erbaute und sich nach oben verjüngende Schlot aus Ziegelmauerwerk über quadratischem Grundriss.
Friedhof mit Kalvarienbergstationen: aus 1889.
Kath. Pfarrkirche hl. Johannes d. T.: ObjektID: 50217, Kirchengasse 2, Die römisch-katholische Pfarrkirche Stoob steht in der Gemeinde Stoob im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland. Sie ist dem heiligen Johannes der Täufer geweiht und gehört zum Dekanat Oberpullendorf in der Diözese Eisenstadt. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz. Die mittelbare Vorgängerkirche, die Stoober Bergkirche, in beherrschender Lage auf einem Hügel östlich des Ortes gelegen und von der an Mitgliedern dominanten evangelischen Gemeinde bis ca. 1670 benutzt, wurde wegen ihres desolaten Zustands zwischen 1871 und 1878 renoviert. Bereits kurz danach, 1883, genehmigte der Bischof einen kompletten Neubau, der die notwendig gewordene Erweiterung des Fassungsraums der Bergkirche ermöglichen sollte. Aus finanziellen Gründen konnten die Planungen zu dieser Zeit nicht verwirklicht werden. Im Jahr 1889 wurde der Kalvarienberg um die Bergkirche angelegt und die Kalvarienberggruppe aus Südtirol angekauft. Zudem wurde nun wieder eine Erweiterung bzw. ein Neubau der zu klein gewordenen Kirche geplant. Im Ortsried wurde eine Kapelle errichtet, um, für kleine Andachten, den Gläubigen den weiten Weg auf den Kirchhügel zu ersparen. Schon 1888 war es durch Adaptierung eines frei gewordenen Schulhauses möglich geworden, im Ort eine Notkirche zu etablieren, die mehr Platz bot als die Bergkirche. Zum Neubau einer Kirche kam es, bedingt durch die schwierige wirtschaftliche Situation, aber erst in den 1950er-Jahren. Es bestand also in Stoob zwischen 1888 und 1956 eine Notkirche, während die Bergkirche nur als Kalvarienkapelle genutzt wurde (und nach der Eröffnung der neuen Pfarrkirche weiter verfiel). Die neue Pfarrkirche wurde an Stelle der baufälligen Notkirche, östlich der Hauptstraße in Ortsmitte auf rechteckigem Platz, am Schnittpunkt der Abzweigung zur Kirchengasse, in den Jahren 1956 bis 1959 nach den Plänen des Architekten Ladislaus Hruska errichtet. Die Bauausführung oblag dem Stoober Baumeister Robert Wukowits. Durch den Einsatz belgischer Baugesellen war bis Ende 1957 der Rohbau fertiggestellt – in welchen, unter anderem, eine die Jahreszahl 1535 aufweisende Glocke aus dem abgebrochenen Turm der Bergkirche übertragen worden war. Am 2. November 1958 wurde die Kirche benediziert, die Konsekration nach Abschluss aller Arbeiten erfolgte am 28. Juni 1959. Eine Außenrenovierung der Kirche wurde 1979 vorgenommen, Innenrestaurierung und Umgestaltung des Altarraumes erfolgten 1968 und 1980.
Naherholungsgebiet "Biri": mit rund hundert Hektar das größte zusammenhängende Streuobstwiesengebiet im Burgenland.
Pest-/Dreifaltigkeitssäule: ObjektID: 50216, bei Fabrikstraße 10, errichtet 1886, renoviert 1949.
Töpfermuseum Stoob:

Bildung: 1925 wurde die Hauptschule Stoob errichtet.

Persönlichkeiten:
Johann Wolmuth (1865–1942), Maurer- und Zimmermeister, Politiker
Heinz Kapaun (1929–2008), Politiker

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