Draßburg

Draßburg (kroatisch: Rasporak, ungarisch: Darufalva) ist eine Gemeinde mit 1174 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Mattersburg im Burgenland. Entwässert wird Draßburg vom Draßburger Bach und vom Nodbach.

Geografie: Draßburg liegt im nördlichen Burgenland und ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte: 1933 wurde in Draßburg die Venus von Draßburg eine 9,5 cm große Venusfigur, geschaffen um 5200 v. Chr. gefunden. Aufgrund der Verzierungen wird sie der linearbandkeramischen Kultur zugeordnet. Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Draßburg dann in der Provinz Pannonia.

Auf einer Terrasse des Taborac, dem Ausläufer eines Hügelzuges westlich von Draßburg, der bis zu 370 m ü. M. erreicht, wurden im Jahre 1904 neben neolithischen, römischen und mittelalterlichen Funden auch solche aus der Latènezeit entdeckt. Wichtigstes Objekt war ein latènezeitlicher Armreif mit Pseudofiligranverzierungen. Zwischen 1933 und 1934 wurden weitere Objekte aus dieser Zeit bei Grabungen durch das Landesmuseum Burgenland entdeckt. Alle Fundobjekte waren in der neolithischen Bodenschicht eingetieft. 1955 fand man weitere Objekte aus der Spätlatènezeit. Die Besiedlungsspuren auf dem Taborac werden für die Zeitspanne von der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. bis zur ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. datiert.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Darufalva verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Wappen: Das Gemeindewappen wurde Draßburg am 12. September 1998 von den burgenländischen Landesregierung verliehen. Blasonierung: "Im geteilten und halb gespaltenen Schild oben in Blau auf einem grünen Dreiberg ein goldenes Kreuz; unten rechts in Blau ein gekrönter goldener Greif, in der erhobenen Rechten einen Krummsäbel, in der vorgestreckten Linken drei grün bestengelte, grün beblätterte, golden besamte rote Rosen haltend, links in Gold zwischen einem zehnendigen blauen Hirschgeweih ein breitendiges, freischwebendes, blaues Kreuz."

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Antonipfeiler: ObjektID: 22314, Antoniweg, der Antonipfeiler im Nordosten des Ortsgebiets stammt aus dem 19. Jahrhundert.
Figurenbildstock hl. Florian: ObjektID: 22311, vor Baumgartnerstraße 16, die Statue des heiligen Florian steht auf einem Obelisken, der mit 1785 bezeichnet ist.
Friedhofskapelle: ObjektID: 22315, Kleine Berggasse 13, die neogotische Friedhofskapelle mit Giebelreiter wurde 1875 erbaut.
Hl. Johannes Nepomuk-Kapelle: ObjektID: 22306, Hauptplatz, in der offenen Kapelle auf dem Hauptplatz steht eine Statue des hl. Johannes Nepomuk aus dem 18. Jahrhundert.
Kath. Pfarrkirche hl. Anna: ObjektID: 22307, Kirchenring 11, die Pfarrkirche im südwestlichen Ortsteil entstand ursprünglich im 14. und 15. Jahrhundert und wurde 1701 umgebaut. Das dreijochige Langhaus ist im Mauerkern mittelalterlich; die gotischen Fenster des niedrigeren Chores wurden vermauert. Der mächtige viergeschoßige Westturm steht auf einem mittelalterlichen Unterbau. Der Hochaltar und die weitere Inneneinrichtung stammen vom Ende des 18. Jahrhunderts.
Marienkapelle: ObjektID: 22310, Schlossgasse, der kleine barocke Giebelbau steht südöstlich des Ortskerns. Sein Altar stammt aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Mariensäule: ObjektID: 22313, neben Hauptplatz 13, die Mariensäule stammt vom Ende des 17. Jahrhunderts.
Park samt Gartenplastiken und Glashäusern: ObjektID: 44290, Schlossgasse, hierbei handelt es um einen terrassenartig angelegten, 10 Hektar großen Garten; zum Teil in französischem, zum Teil in englischem Stil. Er wurde von André Le Nôtre, dem Gartenarchitekten von Versailles, mitgestaltet und zählt zu den besterhaltenen Parks des 18. Jahrhunderts in Österreich. In ihm sind zwölf Sandsteinfiguren von Jakob Christoph Schletterer aufgestellt, die neun Musen sowie die Götter Apollo, Diana und Athene darstellen.
Schloss Draßburg: ObjektID: 22305, Schlossgasse 2,3,5, Schloss befindet sich im Ortsteil Untergut. Der zugehörige historische barocke Schlosspark mit seiner umfangreichen Sammlung von Skulpturen des Bildhauers Jakob Schletterer ist kunsthistorisch bedeutsam und zu den wichtigsten barocken historischen Parkanlagen Österreichs zu zählen. Der Park ist abgestuft auf mehreren Terrassen und mit Glashäusern angelegt. Das Schloss selbst, im 15. Jahrhundert erbaut, ist zweigeschoßig mit hufeisenförmigem Grundriss, Hofarkaden und dreigeschoßigem turmartigem Bau, mehrfach umgebaut im 17. und 18. Jahrhundert. Die Schlossanlage wurde in den 1960er Jahren für den Hotelbetrieb umgebaut. 2008 wechselte der Besitzer des Schlosses. Im Jahr 2009 wurde begonnen, das Schloss in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt von Grund auf zu renovieren und zu revitalisieren. Schloss und Parkanlage sollen im ursprünglichen Zustand wiederhergestellt werden. Das Schloss wird danach privaten Zwecken dienen, Teile des Schlossgartens sollen aber temporär der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Sühnekreuz: ObjektID: 22312, vor Wiener Neustädterstraße 1a, das mittelalterliche Steinkreuz an der Wiener Neustädter Straße weist eingeritzte Zeichen auf.
Wehrmauer, Kirchhof: ObjektID: 22308, Kirchenring 11, die ehemalige Wehrmauer um die Kirche enthält zwei barocke Grabsteinreste. Sie wurde im Jahr 1934 restauriert.

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