Großmutschen

Großmutschen ist ein Ortsteil von Frankenau-Unterpullendorf und befindet sich im Bezirk Oberpullendorf, Burgenland. Der ungarische Ortsname ist Sopron-Udvard (old Udvard), der kroatische lautet Mucindrof.

Einst zogen die Römer durch diese Gegend und ordentlich wie sie waren, benützten sie dafür immer die selbe Straße. Besonders gut erhaltene Reste dieser römischen Bernsteinstraße, der "Via Romana", kann man im Urbarialwald Großmutschen besichtigen.

Geschichte: Erstmals wird der Ort im Jahre 1225 als "Michsa" erwähnt. Einen weiteren urkundlichen Nachweis des Ortes findet man in einer Verfügung des Königs Béla, später König Béla IV., aus dem Jahre 1230, mit der er den Söhnen des Lutzmannsburger Grafen Berthold, Franko und Stefan, den Besitz des Dorfes "Muhtsa" bestätigt. Der Name "Muhtsa" scheint dem Forscher Mòor slawischen Ursprungs zu sein. Deutsche Kolonisten bewahrten diesen Namen in "Mutschen", die Ungarn nannten den Ort "Udvard" (Adelshof).

Über Rechtsgeschäfte der Großmutschener Adeligen liegen mehrere Urkunden auf. 1407 übertrugen der Adelige Matthias Udvardy und sein Sohn Urban die Hälfte ihres Besitzes dem Kloster Marienberg. 1496 handelte so auch der Adelige Nikilaus Frys de Odwar. 1554 war nach den Steuerlisten Joszua Mesterhàzy der Besitzer des Ortes. Besteuert wurden etwa 20 - 24 Bauernhöfe, 1 Söllner und 2 neue Häuser. 1558 war Josef Udvardy Besitzer von Großmutschen. Untertanen und Besitzzeugen waren der Richter Blasius Markosyth, Benedikt Borylith und der Adelige Franz Sennyey. Nach dem namen des Richters waren schon damals Kroaten im Ort ansässig. Man vermutet, dass diese Kroaten nach den Verwüstungen durch Türken im Jahre 1532 durch Vermittlung von Nikolaus Jurišic in dieses Gebiet kamen. Der name "Mucindrof" wurde wahrscheinlich vom deutschen "Mutschendorf" abgeleitet. Das lässt auf eine überwiegend deutsche Bevölkerung im Mittelalter schließen. Von 1574 bis 1604 sind die Sennyeys Besitzer von Großmutschen. Der Tiefstand der Gemeinde zwischen 1604 und 1609 ist auf Verwüstungen während des Bocskày-Aufstandes zurückzuführen. Die Verödungen um 1622 sind folgen des Bethlen-Aufstandes. In der Folgezeit sind wieder die Sennyeys Herren von Großmutschen. 1696 zählt der Ort 247 Seelen.

1716 lebten im Ort unter dem Grundherrn Baron Perènyi 19 Bauern, 5 Söllner und 14 Halbadelige. Von diesen trugen 23 kroatische, 13 ungarische und 2 Bewohner deutsche Namen. Um 1750 dehnen die Nebersdorfer Grafen Niczky ihre Herrschaft auch auf Großmutschen aus. Nach der Josephinischen Landaufnahme zwischen 1782 - 1785 zieht sich der Ort zweizeilig auf einer Erhebung in west-östlicher Richtung hin. Am Ortsende steht die Kirche. Ein herrschaftliches Wohnhaus und ein Wirtshaus aus Stein erbaut. 1785 hatte der Ort 50 Häuser, 320 Seelen.

Eine Gemeinderechnung von 1817 besagt, dass die Einkünfte der Gemeinde hauptsächlich aus Verkäufen von Hafer, Holz und Wacholderbeeren bestehen. Am 27. Feber 1821 wurde der neue Richter gewählt. Die Gemeinde verzehrte und vertrank bei dieser Gelegenheit 18 Gulden 20 Kreuzer. 1832 verzeichnete man im Ort 27 Choleratote.

Einer Gemeinderechnung von 1837 ist ein Siegel aufgedrückt. Es zeigt die Umschrift "Mucntorf" und innen ein hackenförmig gekrümmtes Messer, Symbol des Weinbaues. Ein Grundbuchauszug von 1850 weist den Grafen Emanuel Niczky als Grundherren aus, der im Schloss wohnt. In der Gemeinde leben 22 Bauern, 11 Söllner, 2 Hulden und 25 Adelige. Niczky starb 1859 im Alter von 41 Jahren.

1889 wurde im Ort ein Feuerwehrverein gegründet. 1895 wurde eine Brücke über den Stooberbach gebaut. 1942 wurden der Gemeinde 2 Glocken abgenommen. Im Dezember 1944 kamen 150 Mann Volkssturm in die Gemeinde, um zu schanzen. Auf Befehl des Gutsherrn Dr. Preiner zogen sich noch vor dem Karfreitag 1945 ab. Die Russen zogen am Karfreitag früh von Mannersdorf her in den Ort ein. 1948 errichtete die Gemeinde, zum Teil aus Spenden, ein Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege.

1971 wird Großmutschen im Zuge der Gemeindezusammenlegungen in die Großgemeinde Frankenau-Unterpullendorf eingegliedert.

Abschnitt Geschichte: www.frankenau-unterpullendorf.gv.at

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Sopron-Udvard verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Römische Bernsteinstraße: ObjektID: 30181, Unterer Wald, das römische Lager erstreckte sich über die Gebiete der heutigen Gemeinden Frankenau-Unterpullendorf und Lutzmannsburg.
Figurenbildstock Steinigung des hl. Stephanus: ObjektID: 84940, Großmutschen.
Kath. Filialkirche Hl. Drei Könige: ObjektID: 49779, die Filialkirche steht nordöstlich oberhalb des Ortes. Der Bau mit eingezogener Rundapsis und Glockenturm im Westen entstand Ende des 18. Jahrhunderts und wurde 1856 erweitert.
Mittelpunktstein: Dieser Basaltstein vom Pauliberg markiert den geografischen Mittelpunkt des Burgenlandes. Er wurde im Jahre 1991 von der Burgenländischen Geographengesellschaft anlässlich "70 Jahre Burgenland" aufgestellt.
Schloss Großmutschen: Das Schloss Großmutschen ist ein einfacher zweigeschossiger Trakt, Torbau mit Rundbogen.

Radwege: Durch die Ortschaft führt der B 48 - EU-Thermalradwanderweg mit einer Länge von ca. 15 km, der B 43 - Familienthermenradweg mit einer Länge von ca. 32 km, sowie der B 44 - Radwegverbindung.

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