Mischendorf

Mischendorf ist eine Gemeinde mit 1608 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland im Bezirk Oberwart. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Pinkamiske. Durch Mischendorf fließt der Teichbach.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland.

Gemeindegliederung: Das Gemeindegebiet umfasst folgende sechs Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2017): Großbachselten (123) Kleinbachselten (151) Kotezicken (284) Mischendorf (563) Neuhaus in der Wart (223) und Rohrbach an der Teich (264)

Geschichte: Archäeologische Funde: Das Gemeindegebiet von Mischendorf war schon seit früher Zeit besiedelt.

Dies beweisen Funde aus der Römerzeit. So wurden beim Bau des jetzigen Pfarrhofes einige römische Urnen aus der Erde freigelegt; weiters wurde einen Kilometer von Mischendorf entfernt an der Straße nach Kohfidisch, ein röm. Inschriftenstein aus Marmor gefunden.

Benennung des Ortes: Erstmals als "myske" erwähnt, scheint der Ort 1469 in einer Urkunde des Batthyánischen Familienarchivs auf.

Die Siedlung dürfte aber, wie andere Orte auch, bereits in der frühen Arpadenzeit von ungarischen Grenzwächtern gegründet worden sein. Benannt wurde sie wahrscheinlich nach deren Oberhaupt, einem gewissen "Miska" oder "Miske" (Koseform des ung. "Michaly" = Michael). Von den später um 1250 bis 1350 ins Land gekommenen deutschen Kolonisten hatte die Ansiedlung zuerst den Namen "Miskendorf" und später "Mischendorf" erhalten. Da Grenzwächtersiedlungen damals zum Großteil von freien Kleinadeligen bewohnt wurden, dürften diese auch in Mischendorf den Hauptteil der Bevölkerung gebildet haben. Die dort ansässigen Bauern waren der Rotenturmer Herrschaft zu Zins verpflichtet.

In einer Aufzeichnung des Jahres 1568 scheinen ein Groß- und Kleinmischendorf auf, die unter der Herrschaft der Grafen Zrinyi standen, welche von 1557 bis 1613 die Rotenturmer Besitztümer innehatten. Mit ihrer Herrschaft war auch die Reformation ins Land gekommen, da die Zrinyis eifrige Wegbereiter des Protestantismus waren. Die erste Mitteilung von einer evangelischen Pfarre in Mischendorf stammt aus dem Jahr 1601; diese berichtet, dass der hier ansässige protestantische Prediger mit der Komitatstaxe von jährlich einem Gulden besteuert wurde.

1613, nach der Übernahme von Rotenturm und Eberau durch den Grafen Thomas Erdödy fand wahrscheinlich auch in Mischendorf das Wirken der reformierten Geistlichkeit ein baldiges Ende.

Entwicklung: Ein Urbar, wahrscheinlich aus dem Jahr 1688, erfasste die in Mischendorf ansässigen Untertanen und ihre Verpflichtungen zu Abgaben und Robot, die damals für sie eine fast unerträgliche Belastung dargestellt haben müssen. Nach einer Kirchenvisitation des Jahres 1697 besaß der Ort in dieser Zeit zwei Gotteshäuser: das eine, klein, alt und ziemlich verwahrlost, stand außerhalb des Dorfes auf einem Hügel und war den Märtyrern Vosmos und Damian geweiht; das zweite, dem hl. Ladislaus geweiht, befand sich in der Ortsmitte.

Da die verschiedenen Pfarr- und Kirchgründe mit kroatischen Namen angegeben werden, kann angenommen werden, dass zu dieser Zeit die kroatische Sprache in Mischendorf vorherrschend war; erst zu Beginn des 19. Jh. erhielt die Pfarre einen deutschen Geistlichen aus Unterbildein - ein Hinweis darauf, dass das Dorf zu dieser Zeit bereits deutsch geprägt war. Während der Kriege unter Napoleon war unsere Gegend für kurze Zeit von dessen Soldaten besetzt, denn laut Komitatsaufzeichnungen zahlte 1809 und 1810 ein Mischendorfer französische Kontribution beim Komitat ein.

Die Revolution des Jahres 1848 hatte unter anderem auch die Aufhebung der Leibeigenschaft zur Folge. Schon 1843 hatten die Untertanen von Mischendorf beim Komitat eine Absonderung ihrer Grundstücke gefordert, jedoch war es damals nur zu einer Vermessung des Hotters gekommen.

1856 wurden die Verhandlungen zur Urbarialregulierung vor dem Urbarialgericht in Steinamanger wieder aufgenommen.

Schließlich schloss Graf Ludwig Erdödy im Jahr 1864 einen gütlichen Vergleich, im Rahmen dessen Ablösesummen und Abtretungen ausgehandelt worden waren. Nachdem nach den Vermessungen einige unbedeutende Grundstücke ungerechterweise in Besitz genommen worden waren, begann im Jahr 1875 ein Prozess zwischen den Gemeindebewohnern, der mit Unterbrechung über 40 Jahre dauerte. Erst die Geldentwertung nach dem Ersten Weltkrieg machte diesem Zwist ein Ende.

Nach dem Ersten Weltkrieg: Im Jahr 1871 wurde das Kreisnotariat gegründet, 1882/83 bekam der Ort ein eigenes Postamt, 1885 wurde die Feuerwehr ins Leben gerufen und 1905 ein Kindergarten errichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg, der auch unter den Einwohnern Mischendorfs 18 Gefallene forderte, kam der Ort 1921 mit dem gesamten Burgenland zu Österreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938, dem alle Wahlberechtigten der Gemeinde zugestimmt hatten, waren die Bewohner bald mit den Bedrängnissen des Zweiten Weltkrieges konfrontiert. 1942 mussten alle drei Glocken für Kriegszwecke abgeliefert werden. 1944/45 überflogen zahlreiche Feinflugzeuge unser Gebiet und warfen Bomben ab.

1946-1947 erfolgte die langersehnte Elektrifizierung des Ortes. Anfang der 50er Jahre wurden das Verkehrsnetz ausgebaut und der Wohnbau forciert.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Pinkamiske verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Wappen: Blasonierung: "In einem roten, oben durch einen goldenen Arkadengang mit sechs rot hinterlegten Arkadenöffnungen begrenzten Schild ein goldener Grenzwächter."

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Altes Gemeindehaus - Stuhlrichterhof: ObjektID: 8273, Hauptplatz 13
Alter röm.-kath. Pfarrhof: ObjektID: 8278, Pfarrhofgasse 26
Friedhofskapelle: ObjektID: 8275
Kath. Pfarrkirche hl. Ladislaus: ObjektID: 8272, die römisch-katholische Pfarrkirche Mischendorf steht mitten in der Gemeinde Mischendorf im Bezirk Oberwart im Burgenland. Sie ist dem heiligen Ladislaus geweiht und gehört zum Dekanat Rechnitz in der Diözese Eisenstadt. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz. Die Pfarre, die im Mittelalter gegründet wurde, war zeitweise protestantisch und wurde 1654 als katholische Pfarrkirche wiedererrichtet. Die mittelalterliche Pfarrkirche befand sich außerhalb des Ortes und war den Heiligen Cosmas und Damian geweiht und wurde 1831 abgerissen. Die heutige Kirche wurde unter Verwendung mittelalterlichen Bestands 1697 renoviert. 1757 wurde der Turm errichtet. Das Langschiff wurde 1768 im Rahmen einer Renovierung neu eingewölbt, der Kirchturm im Jahr 1864 erhöht. Die Kirche wurde 1946 restauriert und 1968 ausgemalt. Die Kirche ist ein einschiffiger Bau mit langem, eingezogenem Chor. Die Apsis wird durch einen 5/8-Schluss geschlossen und durch Strebepfeiler gegliedert. Der Westturm ist viergeschoßig und hat einen Spitzhelm. Die Sakristei schließt an der Südseite an die Kirche an. Der Stuckdekor stammt von 1768. Das Kirchenschiff ist vierjochig. Darüber ist Tonnengewölbe mit Stichkappen. Dazwischen sind Gurtbögen, die auf flachen Pilastern ruhen. Die dreiachsige Empore ist platzlgewölbt. Ein breiter Triumphbogen trennt das Langhaus vom Chor. Über dem Chorjoch ist Platzlgewölbe, über der Apsis eine schmale Quertonne und drei Stichkappen. In der Deckenzone ist barockisierende Dekorationsmalerei. Die Malereien von 1946 stammen von Joseph Gruber. Der Hochaltar wurde im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts geschaffen. Ursprünglich war er in der Kirche Szent Laszló in Bucsu aufgestellt und wurde 1772 von dort übertragen. Bei dem Altar handelt es sich um einen Nischenaltar mit Volutenbaldachin über toskanischen Säulen. Der Altar trägt drei Statuen, in der Mitte ist der heilige Ladislaus dargestellt, und hinter den Säulen der heilige Joachim und die heilige Anna. Der Altar wurde 1946 restauriert. Die Kanzel stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Am Korb sind Figuren der vier Evangelisten und des heiligen Paulus dargestellt, auf dem Klangdeckel ist eine Statue, die Christus in Form des Salvators darstellt. Auch die Kanzel wurde 1946 restauriert. In der Kirche befindet sich außerdem ein Vortragekreuz aus dem 18. Jahrhundert und das Bild eines ehemaligen Seitenaltars von 1750, das den heiligen Patrick zeigt.
Kreuz Anton Kassanitsch und Johanna Plank: erbaut 1912.
Kriegerdenkmal: Das Soldatendenkmal befindet sich neben der Kirche. Quadratische Säule gekrönt mit der Statue eines Soldaten flankiert von Namenstafel, eingefriedet mit Metallzaun.
Volksschule Mischendorf

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