St. Kathrein

St. Kathrein im Burgenland (ungarisch: Pósaszentkatalin, kroatisch: Katalena) ist eine Ortschaft der österreichischen Gemeinde Deutsch Schützen-Eisenberg im Bezirk Oberwart. St. Kathrein wird vom Rodlingbach durchflossen, welcher dann bei Gaas in die Pinka mündet. Rechter Zufluss des Rodlingbaches ist der Harmischbach.

St. Kathrein im Burgenland wird erstmals im Jahre 1378 als "Posafalva" genannt. Im 17. Jahrhundert wurde die Heilquelle bei der Magdalenakapelle von vielen Wallfahrern besucht, da ihr gewisse Wunder zugeschrieben wurden.

Der Ort wurde im 16. Jahrhundert von Kroaten neu besiedelt. Bis in die Zwischenkriegszeit überwog das kroatische Bevölkerungselement, seither ist das Kroatentum stark rückgängig bzw. ist es im Verschwinden.

Geschichte: Die erste belegbare urkundliche Erwähnung von St. Kathrein war 1489 unter dem Namen Zenthkatherina. Dieser Name geht auf ein Testament von Johann Ellerbach zurück, in welchem bei der Grenzbeschreibung der Güter auch der Ort St. Kathrein, in der Form Zenthkatherina, ein möglicher Hinweis auf den Namen der Gemahlin des letzten Ellerbachers, erstmals urkundlich erwähnt wird. Die zweite urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 1496 unter Posafalva alias Zenthkatherynazzon.

Für den Ortsnamen sind aus dem Jahre 1610 Zenthkathalina, aus dem Jahre 1698 Szent Katalin und die aus 1786 mit Sankt Katerein belegt. Die Schreibweise "Sankt Kathrein im Burgenland" wurde 1937 festgelegt. Der Ortsname war jedoch vom 1. Jänner 1944 bis Kriegsende auf "St. Kathrein an der Pinka" abgeändert, seither wird die von 1937 angenommene Bezeichnung verwendet. Im 16. Jahrhundert wurde der Ort mit Kroaten bestiftet – Erdödy und Zriny –, die letzte Nennung aus. Die Konskription der Herrschaft Eberau vom Jahr 1617 weist fast nur Kroatischnamige aus und die Visitation aus diesem Jahr nennt St. Kathrein kroatisch. Sogar die kirchliche Visitation Patakfalu von 1697 bezeichnet die ganze Pfarre als "pure Croatica". 1697, 1846, 1898 und 1900 war St. Kathrein überwiegend kroatisch, der Anteil der kroatischen Bevölkerung wurde nach dem Anschluss des Burgenlandes an Österreich im Jahr 1921, wo laut VD Jernits eine gemischte alliierte Kommission die Gemeinde St. Kathrein nach Befragung der Bevölkerung zu Österreich gehörig einstufte.

Als Gründe für den Rückgang der kroatischen Bevölkerung nennt VD Martin Jernits 1954:

Die nächsten kroatischen Siedlungen liegen zu weit weg
deutschsprachiger Unterricht an der Volksschule St. Kathrein
nur deutschsprachige Medien
Mischehe (Deutsche und Kroaten)

Daher ging der Anteil der Kroaten kontinuierlich zurück und heute sind nur noch ältere Leute der kroatischen Sprache mächtig. 1925 wurde in der Ortsmitte ein Kriegerdenkmal errichtet, welches am 17. Oktober 1926 unter Dechant Osztovits eingeweiht wurde. Am 12. April 1945 – gegen Ende des Zweiten Weltkrieges – kamen russische Kampftruppen in den Ort und in den folgenden Tagen rückten ungarische Besatzungstruppen nach. Bereits vorher waren viele Ortsbewohner aus Angst vor den sowjetischen Truppen mit einigen Schweinen und Kühen (Selbstversorgung) in den Punitzer Wald oder nach Kroatisch Ehrensdorf geflohen, welche aber nach einigen Tagen wieder nachhause in ihre Häuser nach St. Kathrein zurückkehrten.

Von 1895 bis 1906 gehörte der Ort gemeindeamtsmäßig zur Gemeinde Eberau, seit 1907 jedoch zu Deutsch Schützen. 1971 endete die politische Selbständigkeit der Gemeinde St. Kathrein, welche nunmehr Ortsteil der Großgemeinde Deutsch-Schützen-Eisenberg ist, ebenso die langjährige eigenständige Pfarre St. Kathrein, welche seit 1975 zum Pfarrverband Deutsch-Schützen gehört.

Kuktur und Sehenswürdikeiten:
Amerikanerkreuz: Das Amerikanerkreuz befindet sich in St. Kathrein und erinnert an die in die USA ausgewanderten Gemeindebürger.
Kath. Pfarrkirche hl. Katharina: ObjektID: 8106, St. Kathrein Nr. 5. Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Kathrein steht in erhöhter Lage am Südrand des Ortes St. Kathrein. Sie ist der heiligen Katharina geweiht und gehört zum Dekanat Güssing. Die Pfarre bestand bereits im Mittelalter, war aber zeitweise eine Filialkirche von Szent Péterfa - Prostrum. Die Pfarre wurde 1804 neu errichtet. Der heutige Bau wurde 1753 unter Verwendung von älterem Mauerwerk erbaut und 1783 erstmals renoviert. Im Jahr 1796 wurde der Turm errichtet. Im Jahr 1950 wurde der Chor über den Fundamenten des gotischen Chores erweitert. Nach einer Restaurierung und Erweiterung wurde das Gotteshaus 1953 neu geweiht. Die Kirche ist ein einschiffiger, schmuckloser Saalbau mit stark eingezogenem Chor mit 3/8-Schluss. Der vorgebaute Westturm hat einen Spitzhelm. Über dem zweijochigen Schiff ist ein flaches Tonnengewölbe mit Stichkappen mit Gurten auf Pilastern. Die zweigeschossige Empore ist dreiachsig und mit jeweils drei Kreuzgratgewölben unterwölbt. Zwischen Schiff und Apsis ist ein breiter Triumphbogen. Über den drei Chorjochen ist ein Tonnengewölbe, über der Apsis ein Kappengewölbe. Hochaltar, Seitenaltar und Orgelgehäuse sind neugotisch und stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Bild "Schutzengel mit Kind" wurde Mitte des 18. Jahrhunderts nach einer Skizze von Michelangelo Unterberger geschaffen. Auf der Rückseite befindet sich die heilige Maria, Teil einer ehemaligen Fahne. Der Sakristeischrank stammt vom Ende des 18. Jahrhunderts.
Kriegerdenkmal: Die Statue eines Soldaten befindet sich auf einen quadratischen Sockel, eingefriedet mit Ketten und Säulen. Das Soldatendenkmal befindet sich am Dorfplatz von St. Kathrein. Die Einweihung am 17. Oktober 1926 erfolgte durch Dekant Ostovits aus Deutsch-Schützen. Die Kosten für die Errichtung des Denkmales betrugen über 4000 Schilling, wovon der Großteil von in Amerika lebenden Ortsangehörigen gespendet wurde.
Magdalenenkapelle: ObjektID: 8107, der kleine zweigeschoßige Bau wurde Ende des 17. Jahrhunderts über einer Quelle errichtet, die im Zusammenhang mit Wunderheilungen erwähnt wurde.

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