Hagensdorf

Hagensdorf ist ein Ortsteil der Großgemeinde Heiligenbrunn. Die Großgemeinde besteht weiters aus den Ortsteilen Heiligenbrunn, Reinersdorf, Luising und Deutsch Bieling. Seit 1971 besteht die Großgemeinde Heiligenbrunn aus diesen 5 Ortsteilen. Die Einwohnerzahl der von Hagensdorf beträgt insgesamt 206 (Stand 1.1.2017). Entwässert wird Hagensdorf vom Graben bei Hagensdorf, den Grenzgraben an der Grenze zu Luising und der Strem.

Geschichte: Hagensdorf wurde 1221 mit dem ungarischen Ortsnamen KARACHON erstmals urkundlich erwähnt. Karachon kommt vom altmagyarischen Wort karácson, was soviel wie "das Weihnachtsfest" bedeutet. Den Anlass zur dieser Namensgebung dürfte wohl ein Weihnachtsmarkt in dieser Gegend gegeben haben. Der deutsche Ortsname ist erst für das 17. Jahrhundert bezeugt. Man nimmt an, dass sich ein Personenname in ihm verbirgt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts haben sich in Hagensdorf die Schwaben angesiedelt. Unter Leopold I., Joseph I. und Karl VI wurde die Ansiedelung von Deutschen im ungarischen Reich gefördert. So machten sich auch viele Schwaben auf den weiten und beschwerlichen Weg nach Ungarn. Da so manchen der Weg aber zu weit und beschwerlich wurde, sollen sich viele von ihnen gleich einfach hier niedergelassen haben. Hinweise darauf findet man unter anderem auch im Dialekt, der sich doch wesentlich von jenem der Nachbarorte unterscheidet.

Zwischen Deutsch Bieling und Hagensdorf existierte auch der heute von der Landkarte verschwundene Ort Ungarisch Bieling.

Heute ist Hagensdorf die wunderschöne Heimat mit über 200 Einwohnern und der ideale Ort für Urlauber aus aller Welt, die Ruhe und vor allem unsere unberührte Natur genießen wollen. Berühmt für unsere Gegend sind die unter Naturschutz stehenden Schachblumen.

Feuerwehrgründungsfest in Hagensdorf (Originaltext Güssinger Zeitung vom 15. August 1926): Am 1. August 1926 wurde in unserer Gemeinde das Gründungsfest des hiesigen Feuerwehrvereines abgehalten. Sämtliche Nachbarsvereine und zwar D.-Bieling, Luising, Heiligenbrunn, Strem und Ginersdorf (Anmerkung: wahrscheinlich ist Ginisdorf [Nemesmedves] gemeint, eine Gemeinde im Komitat Vas im Kreis Szentgotthárd in Ungarn) waren ausgerückt. Aus Güssing konnten trotz der besonders schlechten Weg­verhältnisse die Herren Bez. Feuerwehrinsp. Schwarz, Bezirksfeuerwehrobmann Dr. Csaplovics, der Vertreter der Bezirkshauptmann­schaft Dr. Reverencsics, sowie der Gast Feuerwehrinspektor Fischl begrüsst werden. Nachdem die junge Feuerwehr und alle übrigen Vereine beim Kriegerdenkmal Aufstellung genommen hatten, nahm Herr Bezirksfeuerwehrinspektor Schwarz die feierliche Angelobung vor. Nach ihm hielt unser hochw. Herr Pfarrer Mischinger die Fest­predigt mit daranschliessender Festmesse. Nach beendeter Festmesse begrüsste Vereins­obmann Klepeisz die erschienenen Festgäste, sowie die Vereine auf das herzlichste und dankte im Namen der Wehr sämtlichen Wohltätern und Spendern für ihre Gaben zum Aufbaue des Vereines. Er betonte wei­ters, dass es trotz widerwärtiger Schicksale wobei er die böswillige Vernichtung des ge­samten Schlauchmateriales im Vorjahre durch unbekannte Täter besonders hervorhob, durch die eifrige Mitarbeit sämtlicher Vereinsmit­glieder gelungen ist den Verein auf seine derzeitige Höhe zu bringen. In weiterer Folge hielt noch Herr Bez. Obmann Dr. Csaplovics, Herr Bez. Feuerwehrinsp. Schwarz, Herr Dr. Reverencsics und Herr Feuerwehrinspektor Fischl sowie Verw. Sekr. Selka Ansprachen die zur Grundlage die beiden Leitsprüche der Wehr: "Gott zur Ehre dem Nächsten zur Wehr" und "Einer für alle, Alle für Einen" hatten. Hierauf erfolgte die Defilierung sämt­licher Vereine an der Spitze die junge Wehr vor den anwesenden Festgästen die beim Kriegerdenkmale Aufstellung genommen hat­ten. Die Festtafel wurde im Gasthause Strem gehalten und war in hervorragender Weise zusammengestellt. Bei den Klängen der Kapelle Jani vergnügte sich jung und alt bis in die frü­hen Morgenstunden hinein und huldigte unersättlich dem Tanze (Originaltext Güssinger Zeitung vom 15. August 1926).

Kultur und Sehenwürdigkeiten:
Bildstock, Friedhofweg/L249 (Luisinger Straße)
Friedhofskreuz, befindet sich auf dem gemeinsamen Friedhof von Hagensdorf und Luising.
Glockenturm, befindet sich auf dem gemeinsamen Friedhof von Hagensdorf und Luising.
Kath. Pfarrkirche hl. Cosmas und Damian (ObjektID: 27478), Hagensdorf im Burgenland 200, Hagensdorf. Die Orgelweihe erfolgte am Sonntag dem 17. Oktober 1926. Die Festpredigt sowie den Weihakt vollzog Hochw. Herczeg aus Gaas. Die Orgel wurde vom Orgelbauer Josef Hu­ber in Eisenstadt gebaut.
Kriegerdenkmal, in der Ortsmitte, neben der Kirche. Quadratischer Sockel auf Natursteinfundament gekrönt mit der Plastik eines knieenden Soldaten gestützt durch eine Frau vor dem Kruzifix neben der Kirche. Originaltext Güssinger Zeitung vom 16.5.1926: "Kriegerdenkmal in Hagensdorf. Die Pfarrgemeinde Hagensdorf errichtet ihren im Weltkriege gefallenen "Heldensöhnen" ein Denkmal. Das Denkmal ist aus Kunststeine verfertigt, hat ein Gewicht von 70 Mtz., während für dem Unterbau bei 90 Zentner Matertalien verarbeitet wurde. Das Denkmal stellt einen felsenartigen Sockel dar, auf welchem ein verwundeter Krieger von der Mutter Gottes geströstet wird und der Erlöser blickt von erhöhtem Kreuze nieder. Das Denkmal hat eine Höhe von 5 1/2 Meter. Das feierliche Enthüllung- und Weihefest findet am Pfingstmontag den 24. Mai 1926 statt. Die Feier beginnt mit einer Feldmesse. Nachmittag Tanzunterhaltung im Gasthause Strem."
Wegkreuz, zwischen Hagensdorf und dem gemeinsamen Friedhof von Hagensdorf und Luising.

Radwege: Die Ortschaft ist eine Station des B 63 Streuobstwiesenradweges.

Wanderwege: Durch Hagensdorf und Luising führt die Schachblumen-Runde (10,3 km) und die Wegkreuz-Runde (4,3 km). Nach Deutsch Bieling existiert ein Verbindungswanderweg (Wanderweg Hagensdorf - Deutsch Bieling).

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