Rohr im Burgenland

Rohr im Burgenland ist eine Gemeinde mit 387 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland im Bezirk Güssing. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Nád.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland. Rohr im Burgenland ist der einzige Ort in der Gemeinde. 1992 wurde Rohr im Burgenland eine eigenständige Gemeinde, nachdem sie zuvor ein Teil der Gemeinde Bocksdorf war.

Geschichte: Seit über 670 Jahren trägt der Ort den Namen Rohr. Im Jahr 1346 wird "Rhoor" – so die damalige Schreibweise – erstmals in einer Urkunde erwähnt. Der Name dürfte vom dicht wachsenden Schilfrohr entlang des Zickenbaches abgeleitet worden sein. Wie lange allerdings der Ort schon vor der ersten schriftIichen Erwähnung bestanden hatte, bleibt im Dunkel der Geschichte. Jedenfalls lag Rhoor an einer wichtigen Römerstraße, die von Steinamanger in die Gegend von Leibnitz führte. Über diesen Verkehrsweg kamen deutsch sprechende Siedler aus der Gegend um Wildon in unsere Gegend. Verwaltet wurde das Gebiet von Güssing aus, und zwar von Kastellanen des ungarischen Königs. 1391 berichtet eine Urkunde, dass "Roor" – so wird der Ortsname jetzt geschrieben nicht länger im Besitz des ungarischen Königs Sigismund sei. Die neuen Herren der Roorer kommen aus Temes und nennen sich "Cheh von Leva". Ihnen folgt im Jahr 1458 das Herrschergeschlecht Ujlaki. 1524 schenkt der ungarische König dem Obermundschenk Franz von Batthyany die Herrschaft Güssing. Bis 1848 herrschen damit die Batthyanys auch über Rohr. Auf ungarisch heißt der Ort Nad, auch Nadasfalw. Seit 1922 schließlich trägt Rohr den Zusatz "im Burgenland".

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Nád verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Hl. Johann von Nepomuk: 200. Patrionat des Heiligen Johann von Nepomuk 1813-2013, diese Anlage wurde vom Rohrer Ehrenbürger Julius Knor gestiftet.
Kath. Filialkirche hl. Johannes von Nepomuk: ObjektID: 28782, erbaut 1812. Einschiffiger, dreijochiger Rechteckbau mit halbrunder Apsis und glattem Südturm. Platzlgewölbe zwischen Gurten. Der Altar bezeichnet 1775, die Glocke 1747.
Moor: In Rohr befindet sich das größte Niedermoor Österreichs. Das Moor wird vom Zickenbach mit Wasser gespeist.
Rund ums Moor: 2,6 km langer Wanderweg zum Naturschutzgebiet Auwiesen Zickenbach.
Zickentaler Moorochsen: Rund um das Naturschutzgebiet "Auwiesen Zickenbachtal" hat sich im südlichen Burgenland zwischen den Orten Heugraben, Eisenhüttl und Rohr eine Genussregion entwickelt. Im Mittelpunkt dieses kulinarischen Angebotes steht der "Zickentaler Moorochse". Rinder der Rassen Galloway und Angus beweiden die Randzonen und tragen zum nachhaltigen Schutz des Niedermoores des Südburgenlandes bei

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