Edelstal

Edelstal ist eine Gemeinde mit 732 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland im Bezirk Neusiedl am See in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Nemesvölgy.

Geografie: Edelstal, der nördlichste Ort des Burgenlandes, liegt eingebettet in eine Talmulde in den Ausläufern der niederen Karpaten.

Geschichte: Zahlreiche Funde belegen eine Besiedlung bereits vor langer Zeit. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1353. Wir finden sie in dem Testament des Reichsgrafen Konrad von Schaunberg in welchem die Ortschaft als "Uttestal" bezeichnet wird. Im Jahre 1529 wird die Gemeinde in den Annalen der Pfarrei Hainburg als "Etlastal" genannt. Im Spätmittelalter, 1412 scheint Edelstal ein weiteres Mal in einer schriftlichen Quelle auf, in welcher es um einen Streit von Friedrich und Hermann Scharfenegg mit den Hundsheimern wegen Holden in Edelstal ging. Im Verlaufe der folgenden Jahrhunderte werden die Nachrichten über das Dorf Edelstal immer häufiger. Nach dem Ersten Türkenkrieg ist das Dorf wahrscheinlich auch zerstört worden, denn erst seit 1615 dürfte der Talkessel wieder bewohnt gewesen sein. Auch der zweite Zug der Türken gegen Wien ist hier nicht spurlos vorüber gegangen. So erfahren wir von einem umfangreichen Dokument aus dem Jahre 1685, welche Ausgaben die Dorfbewohner im Zusammenhang mit den Türkenkriegen hatten. Aus den Quellen kann man annehmen, dass ein Teil der Leute, die vor den Türken geflohen sind, wieder ins Dorf zurückgekommen sind, und andere Neusiedler, die vor allem aus Schwaben, der Pfalz, Bayern, Sachsen, Tirol und Oberösterreich stammten, haben sich in Edelstal und den Nachbardörfern niedergelassen. Von diesen Namen, die am Anfang des 18. Jahrhunderts in den Quellen zur Vergangenheit von Edelstal aufscheinen, sind heute noch viele vorhanden.

Der ungarische Name Nemes Völgye der Ortschaft taucht in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auf. (Pages hic Edelstahl vocatur, in Lindau Nostra Hungarica - Neues Völgye). Im Jahr 1884 wurden vom Forscher Ágost Sötér (1837–1905) Teile einer römischen Villa und eines awarischen Friedhofes entdeckt. In der Zeit Österreich-Ungarns gehörte Edelstal zum Königreich Ungarn (Komitat Wieselburg). Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Vertrag von Trianon (1920) kam es 1921 zu Österreich und wurde Teil des neu gegründeten Bundeslandes Burgenland. Im Jahr 1971 wurde Edelstal mit Kittsee vereinigt. Seit 1. Jänner 1992 ist Edelstal wieder eine selbständige Gemeinde.

Wappen: Blasonierung: In rotem Schild eine von zwei goldenen Händen gehaltene blaue Schale, aus der eine blaue Fontäne aufsteigt, die mit goldumrahmten blauen Perlen belegt ist; die Fontäne wird überhöht von einer goldenen Weintraube und drei goldenen Ähren. Das Wappen wurde am 27. Jänner 1998 verliehen. Schon seit Jahrhunderten wird auf Edelstaler Boden Wein- und Getreideanbau betrieben, welche neben der Viehzucht die Lebensgrundlage für die Bewohner der Gemeinde bildeten. Die Quelle, welche schon seit vielen Jahrhunderten südlich des Dorfes sprudelt und durch die Firma Römerquelle vermarktet wird, hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Gemeinde.

Wirtschaft und Infrastruktur: Edelstal ist Sitz des Mineralwasserabfüllers Römerquelle Ges.m.b.H., einer der bekanntesten Mineralwassersorten in Österreich.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Pfarrkirche Edelstal: Die Pfarrkirche hl. Stephan, König von Ungarn ist ein großer Saalbau, der um 1740 errichtet und mehrfach erweitert wurde. Die Kirche ist unter der ObjektID: 5915 denkmalgeschützt. Der Hochaltar aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts stammt aus der Kirche des Augustinerinnenklosters in Eisenstadt und wurde 1792 übertragen.

Radweg: Durch die Edelstal führt der B 26 - Radwegverbindung Donau-Nationalpark Neusiedlersee beginnend in Edelstal und Halbturn.

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