Kohfidisch

Kohfidisch ist eine Marktgemeinde mit 1478 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland im Bezirk Oberwart in Österreich. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Gyepufüzes und weist auf die Bedeutung der Ortschaft im Rahmen des ungarischen Grenzschutzes Gyepu im Mittelalter hin. Durch Kohfidisch fließt der Gerenthbach.

Gemeindegliederung: Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften und gleichnamige Katastralgemeinden (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Januar 2017): Harmisch (136) Kirchfidisch (419) und Kohfidisch (923).

Die Marktgemeinde liegt, geschützt von den Erhebungen des südburgenländischen Hügellandes und den westlichen Ausläufern des rebenbedeckten Eisenberges, auf 260m Seehöhe. Im Hottergebiet der Gemeinde befinden sich der 345 m hohe Hohensteinmaisberg, in dessen Höhle fossile Knochen einer mehr als zehn Millionen alten Tierwelt gefunden wurden, sowie der Csaterberg, der durch einen tiefen Taleinschnitt, dem Rehgraben, in den Klein- und Hochcsaterberg (340 m) geteilt ist. Auf deren südlichen Hängen wird seit urdenklicher Zeiten intensiv Weinbau betrieben, der übrige Teil der "Südburgenländischen Schwelle" ist mit dichtem Wald bestockt. Als geologische Besonderheit kann ein Süßwasseropalvorkommen auf den Csaterbergen erwähnt werden.

Durch die klimatisch begünstigte geographische Lage findet sich in unserer Landschaft eine Vielfalt an freilebenden Tieren und ein großartiger Pflanzenreichtum.

Seit Ende des Zweiten Weltkrieges ist ein ansehnlicher Rot- und Schwarzwildbestand in unseren Wäldern vorhanden. Berühmtheit in der wissenschaftlichen Welt erlangte Kohfidisch durch die Entdeckung eines bis dato unbekannten Schmetterlings (Laspeyresia Kohfidischiana).

In den Wäldern halten sich Laub- und Nadelhölzer ungefähr die Waage. Zahlreiche wunderschön blühende Blumenarten erfreuen das Auge des Naturfreundes.

Kohfidisch ist heute, nachdem es noch vor einigen Jahrzehnten eine zutiefst bäuerliche Gemeinde war, zu einer typisch burgenländischen Pendlergemeinde geworden, deren Bevölkerung trotz der Mühen des Auspendelns nie eine Abwanderung in Betracht gezogen hat. Die Liebe zur Heimat und der Glaube an die Zukunft des Landes waren Basis für die Schaffung einer gut ausgebauten kommunalen Infrastruktur, dynamischer Handels- und Gewerbebetriebe sowie kultureller und schulischer Institutionen. Durch die Neuerrichtung des Schwimmbades mitten im Schlosspark, den zahlreichen gepflegten Gaststätten und durch das ca. 40 Hektar große, liebliche Weinbaugebiet am Csaterberg mit seinen reizvollen Kellervierteln, welches zum Landschaftsschutzgebiet erklärt wurde, ist die Gemeinde zu einem beliebten Ausflugsort, vor allem für die Bewohner des südlichen Burgenlandes und der Oststeiermark, geworden.

Vereine: Zahlreiche engagierte Vereine und kulturelle Einrichtungen der Großgemeinde, sowie Herz und Verstand der Bewohner sorgen dafür, dass Kohfidisch zu einem lebenswerten Platz, geprägt von Freude, Geselligkeit und Gastfreundschaft wurde.

Geschichte: Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Gyepufüzes verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Während des Zweiten Weltkriegs war Kohfidisch Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Verbänden der deutschen Wehrmacht und der Roten Armee. Am 6. April kam es sogar zu heftigen Nahkämpfen im Kohfidischer Schloss, nachdem es Einheiten der sowjetischen 26. Armee gelungen war, in den Ort einzubrechen. Die deutsche 1. Gebirgs-Division konnte den Angriff zurückschlagen und für einige Tage sogar den Csaterberg wieder in die Verteidigungslinie miteinbeziehen. Nach dem Rückzug der deutschen Einheiten in der Nacht vom 11. auf den 12. April in Richtung Lafnitztal wurde Kohfidisch letztendlich besetzt und Teil des sowjetischen Fronthinterlandes, während an der steirischen Grenze die Kämpfe bis zur deutschen Kapitulation weitergingen.

1971 wurden die Gemeinden Badersdorf, Harmisch und Kirchfidisch mit Kohfidisch zusammengelegt. 1993 wurde Badersdorf wieder selbstständig. Marktgemeinde ist Kohfidisch seit 1993 (durch VO 81, 7/1982).

Wappen: Das am 9. Mai 1982 verliehene Wappen zeigt: "In dem von Blau und Gold gespaltenen Schild vorne aus einem Radviertel eine goldene Hirschstange wachsend, hinten aus einem grünen Bergviertel ein blauer Rebstock wachsend."

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Eva-Maria Horvath-Kapelle: Die Inschrift lautet: "Diese Kapelle wurde im Jahre 1997 zum Gedenken an unsere verunglückte Tochter EVA-MARIA 1971-1996 erbaut. Unser Dank gilt allen Freunden die bei der Errichtung mitgeholfen haben. Fam Horvath. Kohfidisch. Nichts auf der Welt kann einen Menschen, den man geliebt hat, ersetzen. Selma Langenlöf"
Figur Johannes Nepomuk: ObjektID: 7617, bei Kirchenplatz 1, die Figur des hl. Johannes Nepomuk stammt aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Filialkirche Kohfidisch: Die Kirche wurde 1978 zur Filialkirche zum Heiligen Johannes Nepomuk geweiht.
Grabkapelle: der Familie Erdody im Fidischer Wald
Hl.-Geistkapelle, Weinkapelle: ObjektID: 7764, seit 2013 denkmalgeschützt.
Kapelle hl. Johannes Nepomuk: ObjektID: 130115, seit 2013 denkmalgeschützt, bei Kirchenplatz 1, der Glockenturm und die von Säulen gestützte Halle stammen aus dem 19. Jahrhundert.
Kriegerdenkmal: Das Soldatendenkmal befindet sich neben der Kirche. Rechteckiges Denkmal auf Bruchsteinsockel, gekrönt mit Steinkreuz in der Mitte Bronze-Lorbeerkranz mit Schwert.
Schloss Kohfidisch: ObjektID: 7715, Schloss 5, das Schloss befindet sich am südlichen Ortsende in einem weit angelegten englischen Garten mit seltenen alten Bäumen. Es ist seit dem 16. Jahrhundert im Besitz der Familie Erdody. Zuerst ein Meierhof, wurde es im 17. Jahrhundert zu einem Schloss ausgebaut, und im Jahre 1780 wahrscheinlich durch den Architekten Franz Anton Hillebrandt erweitert. Anfangs des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss weiter ausgebaut. Im Jahre 1945 wurde das Schloss während Kampfhandlungen leicht beschädigt. Von 1945 bis 1949 war die Kommandantur der Roten Armee, Bezirk Oberwart, im Schloss stationiert. Nach der Verlegung des Kommandos nach Oberwart wurde das Schloss vor allem durch die Entwendung von (Bau)Materialien nachhaltig zerstört; die wertvolle Einrichtung sowie mobile Wertgegenstände wurden vermutlich bereits von der Roten Armee sowie vagabundierenden Vandalen entwendet. Im Jahre 1975 wurden erste Instandsetzungsarbeiten begonnen, der Dachstuhl sowie das Dach wurden z.T. durch Bundesmittel in Stand gesetzt. 1999 begannen weitere umfassende Renovierungsarbeiten. Seit 2010 wurden weitere Teile des Untergeschosses (Nord/Westflügel, Kapelle) restauriert und als Heurigenrestaurant sowie Veranstaltungszentrum in Betrieb genommen.

Persönlichkeiten:
Leopold Enzenberger (1883–1937), Landwirt und Politiker
Gábor Hajnal (1912–1987), Schriftsteller und Übersetzer
Franz Polzer (* 1929), Landesbeamter und Politiker

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