Sankt Margarethen im Bgld.

Sankt Margarethen im Burgenland ist eine Marktgemeinde mit 2661 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Burgenland im Bezirk Eisenstadt-Umgebung. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Szentmargitbánya. Durch St. Margarethen fließt der Nodbach.

Geografie: Die Gemeinde liegt im nördlichen Burgenland nahe der Landeshauptstadt Eisenstadt. Sankt Margarethen im Burgenland ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte: Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Sankt Margarethen in der Provinz Pannonia.

Marktgemeinde ist Sankt Margarethen im Burgenland seit 1647. Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Ab dem Jahr 1867 war der ungarische Name "Szentmargitbánya". Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der Name "Margita" verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum damals neu gegründeten Bundesland Burgenland.

Am heutigen Grenzübergangspunkt zwischen Sankt Margarethen und Sopronkohida (Ungarn) gelang am 19. August 1989 am Rande des Paneuropäischen Picknicks mehreren hundert DDR-Bürgern die Flucht über die damals abgeriegelte Grenze in den Westen. Dieses Ereignis wird heute vielfach als wegweisend für den Fall des Eisernen Vorhangs gewertet.

Wappen: Blasonierung: In rotem Schild über einem grünen Berg die goldene Figur der Hl. Margarethe mit dem goldenen Wurm.

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Ansitz, Herrschaftshaus, Edelhof: ObjektID: 26799, Hauptstraße 161, ein zweigeschoßiger Bau mit einem Konsolerker aus dem 17./18. Jahrhundert, dessen Bausubstanz mittelalterlich ist.
Bildhauerunterkünfte/Bildhauerhaus: ObjektID: 26839, seit 2016 denkmalgeschützt, das Bildhauerhaus wurde von 1965 bis 1967 nach Plänen des Architekten Johann Georg Gsteu für das Bildhauersymposion St. Margarethen errichtet. Die niedrige Rechteckkonstruktion besteht aus teilweise vom Vorgängerbau erhaltenem Bruchsteinmauerwerk (Sandstein) sowie Beton. Im Inneren wurden Klinkerziegel für Fußböden und aus Zwischenwänden hervortretend als Ablagen für Küche und Sanitärräume verwendet. Das weit auskragende Flachdach schützt das Haus vor direkter Sonneneinstrahlung und bildet einen überdachten Umgang.
Bürgerhaus: ObjektID: 26800, seit 2012 denkmalgeschützt, ein zweigeschoßiger Bau mit einem dreiachsigen Laubengang. An der traufseitigen modernisierten Fassade ein Doppelfenster mit einem Madonnenrelief.
Ehemaliger Kirchhof: ObjektID: 26765, ein langgezogener mehrstufiger Bau.
Familypark Neusiedlersee: der größte Freizeitpark in Österreich mit 140.000 m²
Figurenbildstock: ObjektID: 26845, ein quadratischer Pfeiler mit einer Pietà-Steinfigur.
Figurenbildstock, Ecce Homo: ObjektID: 26852, Margarethener Straße, ein Pfeiler mit Reliefs, die die Leidenswerkzeuge darstellen und der in der Kartusche des Volutenkapitells mit 1669 datiert ist. Darauf eine neuzeitliche Halbfigur des Schmerzensmanns mit Sockel, die 1960 datiert ist.
Figurenbildstock, Guter Hirte, sogen. Lampelkreuz: ObjektID: 26846, Margarethener Straße, am Sockel mit der Figurengruppe Pietà und auf einer toskanischen Säule der Gute Hirte.
Flur-/Wegkapelle, Florianikapelle: ObjektID: 26848, ein kleiner Giebelbau mit Steinplattendach aus der Mitte des 17. Jahrhunderts und einem angebauten Bildstock aus dem Jahr 1662. Die zwei Steinfiguren auf dem Bildstock stelle die Heiligen Sebastian und Florian dar.
Flur-/Wegkapelle, Kreuzkapelle: ObjektID: 26849, ein kleiner Giebelbau, datiert 1751, und südseitig ein Tabernakelpfeiler, datiert mit 1694.
Forst-/Jagdhaus/Forstamtsgebäude: ObjektID: 26793, Jägerhaus 1, ein zweigeschoßiger barocker Bau mit abgewalmten Satteldach.
Friedhofskapelle: ObjektID: 26847, ein kleiner neogotischer Giebelbau mit vier Ecktürmchen aus dem Jahr 1856.
Kath. Pfarrkirche, hl. Johannes d. Täufer: ObjektID: 26772, Kirchengasse 22, eine gotische Kirche, die urkundlich 1436 erwähnt wurde, 1683 und 1745 schwere Brandschäden erfuhr und 1959/60 nach Plänen von Robert Kramreiter erweitert wurde.
Karner: ObjektID: 26790, Kirchengasse 22, ein sechseckiger Bau mit einem steinernen Pyramidenhelm aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts.
Koglkapelle, Pestkapelle, Rosalienkapelle: ObjektID: 26850, ein weithin sichtbarer einfacher Giebelbau auf dem Ruster Höhenzug aus dem Jahr 1713. Ehemals hatte sie die Funktion einer Pestkapelle und ist aktuell als Heimkehrergedächtnisstätte eingerichtet.
Pest-/Dreifaltigkeitssäule: ObjektID: 26842, die Dreifaltigkeitssäule wurde von Dorfbewohnern im Jahr 1919 errichtet.
Pranger: ObjektID: 26843, ein quadratischer Pfeiler mit einem Pyramidenhelm aus dem 17. Jahrhundert.
Rathaus/Gemeindeamt und Hauskapelle: ObjektID: 26798, Hauptstraße 20, ein eingeschoßiger Bau mit einer Kernsubstanz aus der Barockzeit.
Römersteinbruch: ObjektID: 130117, seit 2016 Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist der Römersteinbruch, in dem auch heute noch St. Margarethener Kalksandstein abgebaut wird. Hier wurde unter anderem das Baumaterial für den Wiener Stephansdom, aber auch später zum Bau vieler Gebäude entlang der Wiener Ringstraße gewonnen.
Skulpturenlandschaft in St. Margarethen: ObjektID: 130118, seit 2016 beim Römersteinbruch sind Skulpturen der stattgefundenen 'Bildhauersymposien St. Margarethen' aufgestellt.
Sommerhaus Rainer: ObjektID: 26838, seit 2014 denkmalgeschützt, von Architekt Roland Rainer 1957 als eigenes Wochenendhaus errichtet. Bei diesem Bauwerk zeigte der Naturliebhaber Rainer auf beispielhafte Art und Weise wie es mit der örtlichen Vegetation eins zu werden scheint.
Wohn- und Geschäftshaus, Alte Schule: ObjektID: 26794, Kirchengasse 22, ein langgezogener mehrstufiger Bau.

Regelmäßige Veranstaltungen:
Die weithin bekannten 'Opernfestspiele St. Margarethen' finden jährlich im Sommer im stillgelegten Teil des Steinbruchs statt.
Passionsspiele im Römersteinbruch: Rund 450 Laienschauspieler und weitere 200 Mitarbeiter aus allen Alters- und Berufsschichten – vorwiegend aus St. Margarethen – führen im Römersteinbruch in 5-jährigem Intervall die 'Passionsspiele' auf. Im Jahre 1926 wurden in St. Margarethen zum ersten Mal Passionsspiele in einem Bauernhof dargestellt. Seit 1961 wird für die alle fünf Jahre stattfindende Aufführung die Naturkulisse des Römersteinbruchs genutzt. Im Jahre 2001 kamen an 20 Spieltagen insgesamt 70.000 Besucher. Mit dem Reinerlös der Aufführungen werden pfarrliche, soziale und missionarische Projekte unterstützt. Die nächsten Passionsspiele werden wieder im Jahre 2016 im Römersteinbruch stattfinden.
Bildhauersymposion St. Margarethen: Im und um den Römersteinbruch sind mehr als 100 Skulpturen aufgestellt. Von 1959 bis in die 70er Jahre wurden hier, auf Initiative von Karl Prantl, Bildhauer-Symposien durchgeführt (Symposion Europäischer Bildhauer). Das Bildhauersymposion in St. Margarethen war die Initialzündung für eine weltweite Bewegung, die sich im Laufe der folgenden Jahrzehnte in zahlreichen neuen Bildhauer-Symposien in Europa, Amerika und Asien niederschlug (siehe auch Straße der Skulpturen (St. Wendel) und Steine an der Grenze).

Persönlichkeiten:
Paul Koller (1889–1950), Beamter und Politiker
Emmerich Tálos (* 1944), Politikwissenschaftler und Autor
Josef Altenburger, Bezirksschulinspektor, Steinmetz- und Heimatforscher
Personen mit Bezug zur Gemeinde:
Karl Prantl (1923–2010), österreichischer Bildhauer, Gründer des 'Bildhauer-Symposion in St. Margarethen'

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