Markt Allhau

Markt Allhau ist eine Marktgemeinde mit 1886 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im südlichen Burgenland im Bezirk Oberwart. Der ungarische Ortsname der Gemeinde ist Alhó.

Geografie: Die Gemeinde liegt im Südburgenland im Stegersbachtal an der Grenze zur Steiermark. Der Fangertbach entspringt in den Oberbergen vom Markt Allhau und mündet im Standwald, im Gebiet nördlich von Kemeten, rechtsufrig in den Strembach.

Gemeindegliederung: 1971 wurde Buchschachen mit Markt Allhau zusammengelegt. Marktgemeinde ist Markt Allhau seit 1973 (durch VO 5 erfolgte die Weiterverleihung).

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2017): Buchschachen (575) und Markt Allhau (1.311)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Allhau Markt und Buchschachen.

Geschichte: Der Ort wird im Jahre 1331 urkundlich erwähnt und wurde im 18. Jhdt. zum Markt erhoben. Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Alhó verwendet werden.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Um jedoch die Übergabe der westungarischen Dörfer an Österreich zu verhindern, bildeten sich im ganzen Land Freischärlergruppen, bei denen aber Angehörige, die aus den betroffenen Gebieten selbst stammten, eher die Ausnahme darstellten. Im Gebiet von Markt Allhau operierte das I. Freischärlerkorps unter dem Kommando von Oberleutnant Arpad Taby, das seinen Kommandositz in Oberwart hatte.[3] Als die österreichische Gendarmerie am 28. August 1921 versuchte mit 11 Kolonnen das Burgenland zu besetzen, wurde die für Markt Allhau vorgesehene Kolonne 8 bereits kurz nach dem Grenzübertritt von den Freischärlern angeschossen, sodass sie sich unverrichteter Dinge wieder auf ihren Ausgangspunkt Hartberg zurückziehen musste. Auch ein zweiter Versuch am nächsten Tag scheiterte am Widerstand der Freischärler. Diese beherrschten nun wieder das Gebiet bis zur steirischen Grenze und riefen unter ihrem Anführer Pál Prónay am 4. Oktober in Oberwart sogar einen Operettenstaat mit dem Namen Lajtabánság/Leitha-Banat aus. Durch das Protokoll von Venedig verpflichtete sich Ungarn schließlich endgültig das Burgenland zu übergeben. So konnte die Landnahme durch das Bundesheer in der Zeit vom 25. bis 30. November ohne Probleme erfolgen. Bereits am ersten Tag dieser Landnahme marschierten Einheiten der österreichischen 4. Brigade des Bundesheeres von Hartberg kommend in Markt Allhau ein, das nun offiziell Teil des neuen Bundeslandes Burgenland wurde.

Am 7. April 1941 musste eine Bristol Blenheim der jugoslawischen Luftwaffe auf einem Feld in der Nähe von Markt Allhau notlanden. Die Maschine hatte zuvor einen Angriff als Vergeltung für den am Vortag von der Wehrmacht begonnenen Balkanfeldzug auf den Flugplatz Wiener Neustadt geflogen. Dabei wurde sie von der deutschen Flugabwehr derart beschädigt, dass die dreiköpfige Besatzung den Bomber landen musste. Die Männer kamen in deutsche Kriegsgefangenschaft, das Flugzeug war in dieser Phase des Krieges ein seltener Anblick und wurde von vielen Schaulustigen besichtigt, bevor es zerlegt und mit der Bahn mit unbekanntem Ziel abtransportiert wurde.

Am 10. Mai 1944 stürzte ein amerikanischer Boeing B-17 Bomber nach einem Luftkampf mit deutschen Jagdflugzeugen im Gemeindegebiet von Markt Allhau ab. Zwei Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben, während sich acht andere mit dem Fallschirm retten konnten.

Am 6. April 1945 erreichte auch der Bodenkrieg Markt Allhau. Die Rote Armee hatte den Bezirk Oberwart problemlos erobert und nur bei Markt Allhau und Buchschachen versteifte sich entlang der Lafnitz der deutsche Widerstand. Bis zu Kriegsende fielen fast fünfzig deutsche Soldaten bei diesen Kämpfen. Auch die Ortschaft zahlte mit fünf Ziviltoten und vielen zerstörten Häusern einen hohen Preis.

Wappen: Blasonierung: "Am oberen Rand eines grünen Schildes quer drei gold durchflutete weiße Arkadenbögen. In den mittleren Bogen ragt der Zwiebelturm einer weißen Kirche, die in der Mitte des Wappens zwischen zwei in einfacher Wellenform quer verlaufenden blauen Flüssen steht. Links und rechts der Kirche steht je ein grüner Baum. Im Schildfluss als Symbol für Handwerk und Gewerbe ein goldener Amboss, der von einem ebenfalls goldenen achtspeichigen Rad umgeben wird. Den Schild umgibt eine einfache blaue Linie."

Kultur und Sehenswürdigkeiten:
Alte Mühle - Mühlenkomplex: (Mühlengebäude, Wohnhaus samt Wirtschaftstrakt), ObjektID: 79373, Allhauer Mühlhäuser 1-3 (Markt Allhau 1), Öl- und Getreidemühle bis 1968 in Betrieb, vor wenigen Jahren renoviert und als Wohngebäude adaptiert.
Evang. Pfarrkirche A.B.: ObjektID: 8240, der hohe klassizistische Bau über quadratischem Grundriss stammt aus den Jahren 1784 bis 1786. Der vorgebaute Südturm mit Zwiebelhelm wurde 1832/33 erbaut.
Kath. Filialkirche hl. Luzia: ObjektID: 8239, die frühere Kirche aus dem 18. Jahrhundert wurde im Jahr 1957 gesprengt und durch einen modernen Neubau mit frei stehendem Glockenturm ersetzt. Der barocke Hochaltar im Innenraum blieb erhalten. Die Kanzel aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde umgebaut und als Ambo aufgestellt.
Kitting: ObjektID: 8242, Allhauer Mühlhäuser 5, Markt Allhau 5
Kriegerdenkmal: Das Soldatendenkmal befindet sich neben der Kirche. Quadratischer Sockel, gekrönt mit der Statue einer Frau, die einen Soldaten in den Armen hält.
Schule: ObjektID: 8248, Gemeindestraße 33, Markt Allhau 312

Vereine: 1948 erfolgte die Gründung des UFC Markt Allhau, der aktuell in der II. Liga Süd spielt.

Persönlichkeiten:
Ewald Ritter (* 1953), Politiker und Lehrer
Igor Skalé (* 1948, † 2011), Maler

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